Die Freude am Laufen

97eIch habe da etwas festgestellt: ich laufe gerne. „Woohoo, ganz was Neues!“, mag man da erwiedern, aber ich meine es ernst: ich laufe gerne. Und zwar auch, wenn es weh tut. Und diese Erkenntnis ist wichtig!

Wir Läufer, das ist allgemein bekannt, reden gerne über unseren Sport. Und weil die Trainingszeit im Vergleich zu den Gesamtstunden eines Tages relativ gering ist, reden wir im Allgmeinen mehr über das Laufen, als dass wir es wirklich tun. Manche laufen sogar gar nicht mehr, oder sehr sporadisch, reden aber immer noch gerne von alten Glanzleistungen. Die Sache ist dabei die, dass nur sehr selten über die „normalen“ Einheiten erzählt wird, denn die sind eigentlich nichts Besonderes. Besonders wird es immer dann, wenn es entweder besonders schnell oder besonders lang war. Oder beides.

Genau das sind aber meist die Einheiten, die irgendwann weh tun. Und dann wird schnell mal langsamer gemacht oder gar aufgehört. Schwach. Peinlich! Denkt nur an Anna Hahner, die Bestzeit im Marathon läuft und dabei noch lächelt! Laufen kann eben doch auch dann Spaß machen, wenn es anstrengend wird. Krisen lassen sich nun einmal mit einer positiven Einstellung viel einfacher bewältigen, als wenn man auch im Kopf leidet.

Und gerade wegen der Krisen, die im Marathon unvermeindlich kommen, ist die Königsdisziplin meiner Meinung nach auch so außergewöhnlich. Zusätzlich tut nicht nur das Rennen selbst, sondern auch die Vorbereitung weh. Mal mehr, mal weniger. Aber wir stehen sie durch. Als einige Wenige von so Vielen. Wenn wir uns bei den ganz harten Einheiten quälen, vollbringen wir Leistungen, zu denen der Großteil der Menschheit gar nicht fähig ist. Ein tolles Gefühl, auch wenn es natürlich immer jemanden gibt, der noch schneller oder noch länger laufen könnte. Aber auch das nicht immer. So sage ich mir jedes Mal, wenn es wieder besonders weh tut, dass ich etwas Großes vollbringe, und bin hinterher stolz darauf. Und deshalb laufe ich gerne. Nicht nur, wenn ich gerade Bäume ausreißen könnte, sondern auch dann, wenn es weh tut!

Eine Erkenntnis, die auch für kommenden Wettkämpfe wieder wichtig wird. Und auch wenn ich nach dem Ergebnis aus Düsseldorf für Ankündigungen einen Dämpfer bekommen habe, denke ich dennoch, dass etwas gehen sollte. Denn das Training läuft konstant gut. Ich werde berichten!

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