SKECHERS GORUN 4 im Test

IMG_6420„Die größte Wertschätzung einer Leistung ist eine gut durchdachte Kritik“ – denn nur durch Lob, Fragen und Verbesserungsvorschläge können sich Dinge weiterentwickeln. Unter diesem Motto möchte ich heute den GORUN 4 unter die Lupe nehmen, den ich freundlicherweise von SKECHERS zum Testen bekommen habe.

Die Daten
Kategorie: flotter Dauerlauf bis Tempo
Gewicht: ca. 230g/250g (mit zusätzlicher Sohle)[Größe 45]
Flexibilität: hoch
Dämpfung: gering
Sprengung: 0mm/4mm (mit zusätzlicher Sohle)
Vergleichbar: Saucony Kinvara

Der erste Eindruck
Der SKECHERS GORUN4 (GR4) kommt unscheinbar daher: eine flexible Sohle, rundum sauber verarbeitet, mit Noppen an der Sohle und einem Loch in der Fersenkappe. Der erste Eindruck ist der eines gemütlichen und sanften Laufschuhs, welcher durch das weiche Innenfutter noch verstärkt wird. Pfiffig ist die Vielseitigkeit des Schuhs. Zum einen werden standardmäßig ein zweites Paar Schnürsenkel mitgegeben, sodass das Design in kleinem Rahmen individuell angepasst werden kann. Zum anderen gibt es eine zweite Einlegesohle. Die Verpackung erläutert: mit nur einer Sohle wird gelaufen, wenn es auf ein minimales Laufgefühl ankommt, die zweite kommt hinzu, wenn mehr Dämpfung und Stütze gefragt sind. Nicht schlecht.

IMG_6419Beim Laufen
Man könnte meinen, der erste Eindruck trüge. Zwar sitzt der Schuh auch beim Laufen angenehm am Fuß, ein gemütlicher Dauerlaufschuh ist der GR4 allerdings nicht. Der Abdruck ist sehr direkt, sodass man gleich etwas schneller läuft. Auch bei höherem Tempo wie Steigerungen beispielsweise lässt es sich sehr einfach auf den Vorfuß wechseln. Deshalb die Einstufung für den flotten Dauerlauf bis hin zum Tempotraining.

Sehr gelungen ist die Gummimischung der Sohle. Auch auf nassem Asphalt und sogar Schlamm ist der Grip unglaublich gut. Durch die Gesamtleichtigkeit kann meiner Meinung nach sogar überlegt werden, den GR4 im Wettkampf zu tragen, wenn die Bedingungen für die klassischen Racer zu rutschig sind. Der GR4 hat mit solchen Bedingungen keine Probleme. Hier liegen auch die klaren Vorteile im Vergleich zum Kinvara von Saucony. Das Laufgefühl ist dasselbe, der Grip ist beim GR4 deutlich besser. Hinzu kommt die Vielseitigkeit durch die zusätzliche Einlegesohle.
Um das Anziehen des Schuhs zu vereinfachen, hat der GR4 ein Loch in der Fersenkappe. Ein weiterer Vorteil dieser Aussparung ist, dass gefühlt die Belastung auf dem Achillessehnenansatz geringer ist. Dadurch lässt sich eventuell die Schuh-Op vermeiden.

Negativ aufgefallen ist nicht viel. Dennoch hat die Vielseitigkeit auch ihre Nachteile: Wenn ohne die zweite Einlegesohle gelaufen wird, ist gefühlt zu viel Platz im Schuh, sodass deutlich enger geschnürt werden muss. Weiterhin macht das so sanfte Innenfutter die Füße sehr warm, die Luftzirkulation scheint dadurch eingeschränkt.

Nach 400 km
tba

Nach 800 km
tba

Zusammenfassung
Pro:                                                              Contra:
-vielseitig                                                     -warme Füße
-individuelle Farbgebung                             -erster Eindrück täuscht evtl.
-sehr guter Grip                                          -muss im Minimalmodus eng geschnürt werden
-leicht und direkt
-saubere Verarbeitung

Fazit
Meiner Meinung nach ein Schuh für den flotten Dauerlauf und mit nur der einen Sohle auch für Tempotraining und sogar für Wettkämpfe. Insbesondere dann, wenn die Bedingungen eher rutschig sind und klassische Racer versagen. Die minimale Sprengung ist wie immer gewöhnungsbedürftig. Abraten würde ich nur solchen Läufern, die warme Füße gar nicht haben können, ansonsten für jeden einen Versuch wert!

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