Die reine Freude am Tun

Ende letzten Jahres schrieb ich über die verschiedenen Arten der Motivation. Ich denke, wir waren uns einig, dass, um gut zu laufen, unsere Motivation intrinsisch sein muss. Weil wir nur dann aus Freude laufen, aus der reinen Freude am Tun.
Natürlich hilft zeitweise auch extrinsische Motivation, wenn diese aber plötzlich wegfällt, ist alles vorbei. Die generelle Gefahr: Motivation kann sich ändern. Aus einer extrinsischen kann eine intrinsische Motivation werden, aber auch umgekehrt.

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Ich hatte das große Vergnügen, Professor Götz Werner, den Gründer der Drogeriemarktkette dm, sprechen hören zu dürfen. Er sprach unter anderem auch über Motivation, und dass man für das, was man macht, stets intrinsisch motiviert sein sollte. Insbesondere vom Wandel der Motivation durch Belohnung möchte ich eine Anekdote weitergeben:

Ein alter Mann kommt jeden Mittag in den Park um sich auf seiner Lieblingsbank zu sonnen und auszuruhen. Immer zur gleichen Zeit. Eines Tages kommen drei Knaben vorbei und beschließen, den alten Mann zu ärgern. Also heben sie Kieselsteine vom Weg auf und bewerfen den alten Mann damit.
Am nächsten Tag das selbe Spiel: der alte Mann kann sich nicht entspannen, wird die ganze Zeit von Kieselsteinen getroffen. Auf dem Nachhauseweg denkt er sich: „Was mache ich denn, wenn die Buben auch morgen wiederkommen? Ich muss mir etwas Gutes einfallen lassen!“
So kommt es auch wirklich. Kaum hat der alte Mann auf seiner Bank Platz genommen, tauchen wieder die drei Knaben auf. Da ruft der alte Mann: „Kommt doch mal her, Jungs!“, und dann: „ihr habt mich die letzten beiden Tage so gut mit Steinen beworfen. Wenn ihr das heute wieder genauso gut macht, bekommt ihr nachher, wenn ich wieder gehe, jeder einen Groschen!“
Gesagt, getan – die Jungen warfen am dritten Tag hintereinander und wurden jeder mit einem Groschen belohnt.

Am nächsten Tag warteten die drei Buben schon auf den alten Mann und fragten: „Was bekommen wir denn heute, wenn wir dich wieder mit Steinen bewerfen?“ – „Nichts!“, war die lapidare Antwort. „Dann bewerfen wir dich auch nicht mehr!“

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