Manchmal wäre ich gerne besser.

olympische-ringe-rio_farblosManchmal wäre ich gerne besser. So viel besser, dass es für die größten Ziele reicht. Olympia zum Beispiel! Das Größte, was man als Sportler erreichen kann. Dabei zu sein, wenn sich die stärksten, schnellsten und ausdauerndsten Athleten unserer Erde messen. Beim Schwimmen. Im Fechten. Auf dem Fahrrad. Beim Rudern. Natürlich in der Leichtathletik. Und so vielem mehr.

Ein Fest! Mit zweieinhalb Wochen Spannung, Emotionen und Leistungen auf höchstem Niveau. Olympia ist mehr als nur Sport. Und jeder, der in seinem Sport Exzellenz anstrebt, will dabei sein.

Dennoch gibt es Vorbehalte. Denn 2016 finden die Olympischen Spiele vom 05.-21. August in Rio de Janeiro statt. Eine „wunderbare Stadt“ (Cidade Maravilhosa), die sich gerne als Traumdestination am Zuckerhut präsentieren würde. Und dennoch all die Probleme nicht vertuschen kann: soziale Disparitäten, Gewalt, Korruption, Rassismus, Diskriminierung und Rechtlosigkeit. Wenn sich beispielsweise Drogenbanden bekriegen, ist in der Favela ein Menschenleben mitunter weniger Wert als ein Steinchen Crack, berichtet Jens Hungermann für die Welt.

Kann man denn, bei all der Begeisterung, darüber hinwegsehen, dass viel Geld für große Sportbauten verschleudert wird, während für die Nöte der Menschen nichts übrig bleibt? Kann die brasilianische ökonomisch-politische Krise einfach ignoriert werden, weil man ein Fest feiern will? Kann man wegen eines Traums die Lebensgefahr durch die Kriminalität einfach ignorieren? Wenn man außerdem vor jedem Moskito Angst haben muss, weil der Zika-Virus, dessen Auswirkungen immer noch nicht komplett erforscht sind, übertragen werden könnte?

Deshalb bin ich manchmal froh, nicht so wirklich richtig gut zu sein.

2 Kommentare

  1. Hallo Markus,
    interessante Schilderung mit der Du begründest, dass es für Dich ok ist nicht auf Olympianiveau zu laufen. In einigen Jahren wird jedoch vermutlich keiner mehr nach dem Austragungsort und den Begebenheiten dort fragen. Es sei denn es passiert etwas schlimmes, was wir alle nicht hoffen…
    Dass ich froh bin nicht zu gut zu sein hat bei mir vor allem den Grund des Spaßes. Ich mache meinen Sport aus Spaß und immer wenn ich in etwas zu gut geworden bin, dann ist bei mir übertriebener Ehrgeiz ins Spiel gekommen. Mit diesem ging mir dann immer der Spaß verloren. Ich mache mir keine Illusion mehr, noch in einer Sportart Profi zu werden, also kann ich mich voll auf den Spaß und meine Gesundheit konzentrieren.
    Viele Grüße
    Jahn

    1. Hallo Jahn,
      Du hast Recht – ändern wird sich wahrscheinlich nichts. Dennoch gehört neben einer gewissen Lockerheit auch der gegenseitige Umgang miteinander zum Spaß am Sport dazu. Sowohl von der Organisation als auch von den Idolen.
      Dir weiterhin viel Spaß am Laufen – laufen hilft!
      Viele Grüße
      Markus

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