Ein Rascheln im Wald

Manchmal, wenn es einsam ist, im Wald, und ganz still, höre ich nur meine Hose rascheln.

Das liegt am Material. Ein Material, das den Schweiß schnell verdunsten lässt, dafür aber raschelt. Bei jedem Schritt, in meinem Rhythmus. Mein rechter Schritt raschelt etwas anders als der linke. Aber nur, wenn ich genau hinhöre.

Dann fällt mir auf, wie still es ist. So schön still. Ich kann noch anderes Rascheln hören. Blätterrascheln. Von Wind oder Vögeln.

In dieser Stille ist es ganz leicht, den eigenen Rhythmus zu finden. Rechtes Bein, linkes Bein. Rechter Arm, linker Arm. Einatmen, ausatmen. Einfach laufen, einen Schritt vor den nächsten. Immer wieder, immer wieder.

Markus HeidlEs gibt nur mich, und das tut gut. Mich und meinen Rhythmus. Im steten Klang meiner Schritte fällt es ebenso leicht, einmal in sich selbst, in den eigenen Körper, hineinzufühlen, sich Zeit für sich selbst zu nehmen. Oder sich ganz den Gedanken überlassen. Weil dann, wenn man im Einklang ist mit sich selbst ist, die Ideen wie von selbst kommen. Der Kopf ist frei, der Körper ist frei. Und die Gedanken sind frei. Wenn ein Schritt auf den nächsten folgt. Immer wieder, immer wieder.

Dann kann man auch die Perspektive wechseln. Aus der Eigenperspektive ganz weit weg. Nur noch ein kleiner Punkt im Universum. Aus groß wird ganz klein, wenn nicht mehr ich selbst im Mittelpunkt stehe. Dann werde ich eins mit dem Wald um mich herum. Immer noch im eigenen Rhythmus, aber eins mit der Luft, mit dem Wald, mit der Erde. Energien, die fließen. Beine, die ganz von alleine laufen. Immer einen Schritt vor den nächsten. Einfach laufen. Immer weiter, immer wieder.

Manchmal, wenn es einsam ist, im Wald, und ganz still, höre ich nur meine Hose rascheln. Und ich bin glücklich.

2 Kommentare

  1. Hallo Markus,

    schön geschrieben. Gerade uns Sportlern tut es gut, wenn sich die Perspektive vom eigenen Ich in das große Ganze verschiebt. Ein Korn im Universum sind wir, ganz recht.

    Beste Grüße
    Sebastian

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