Shoppen als Lauferlebnis?

Gehen Läufer eigentlich gerne Shoppen? Die Antwort liegt gleich im ersten Wort, weil Shoppen zumeist daraus besteht: Gehen und Stehen. Selbst wer 100 Meilen am Stück laufen kann, bekommt beim Einkaufen schnell müde Beine. Ferner hat Bummeln wohl kaum einen Trainingseffekt. Hinzu kommt die Anfahrt, die wertvolle Laufzeit frisst. Kurzum – Läufer shoppen nicht gerne.

Interessant sind Dauerläufer als Klientel aber allemal, denn die Kaufkraft ist enorm. Noch viel mehr bei den Triathleten, wie man sofort erkennt, wenn man den Ausdauerdreikampf objektiv beobachtet. Aber auch Laufschuhe beispielsweise kosten mitunter Unsummen – bis zu 250 € verlangt manch unverschämter Hersteller für ein Paar – und werden dennoch gekauft. Hinzu kommen Unterwäsche, Hosen, Oberteile, Accessoires, und, und, und. Doch woher nehmen, wenn nicht gerade eine Marathonmesse um die Ecke ist, über die man sowieso schlendern muss, um die Startnummer abzuholen?

Die Alternative ist natürlich online zu finden. Netzshopping und Co. haben alles, was das Läuferherz begehrt. Mit dem Shoppen vor Ort hat das aber wenig gemein, sodass meist sehr gezielt nach dem Wunschobjekt gesucht, der Kaufvorgang abgeschlossen und sich schnell wieder anderen Vergnügungen zugewandt wird. Online Einkaufen als Mittel zum Zweck, nicht zum Vergnügen.

Angebote gibt es zuhauf. Quelle: netzshopping.de
Angebote gibt es zuhauf. Quelle: netzshopping.de
Ideen und Entwicklungen aus der Spielewelt eröffnen nun aber neue Möglichkeiten. Die virtuelle Realität hat längst Einzug gehalten und kann Informationen oder auch Monster in unsere Umwelt projizieren. Die Idee liegt nahe, dadurch drei Vorteile miteinander zu verbinden: (1) online zu shoppen, um nicht an einen Ort gebunden zu sein, (2) sich laufend (Trainingseffekt und weniger Ermüdung) durch die Kauflandschaft zu bewegen und (3) so verschiedene Produkte zu erleben. Verdienen würden die Online-Anbieter sicher mehr, wenn beispielsweise durch die Sportartikelabteilung gelaufen werden kann, weil gefällt, was man sieht. Und Anprobieren wäre sicher auch möglich, zumindest virtuell.

Schnäppchenjäger können natürlich auch bedient werden. Da könnte es Rabatte zu verdienen geben, wenn bestimmte Streckenabschnitte in einem gewissen Tempo gerannt oder bestimmte Wegpunkte abgelaufen werden. Durch sportliche Leistung beim Einkaufen sparen, eine Motivation für jeden einkaufswilligen Läufer!

Das wäre sie, die virtuell erweiterte online-Einkaufswelt: Mit mehr Sport für Unwillige. Mehr Laufen und damit mehr Hilfe über den Umweg des Kauferlebnisses.

2 Kommentare

  1. Hey Markus!

    Nette Idee „durch sportliche Leistung beim Einkauf“ zu sparen. Hat mich zum Schmunzeln gebracht.

    Leider sehe ich in der virtuellen online Einkaufswelt das Todesurteil für real existierende Sportgeschäfte.

    Liebe Grüße von den Lofoten

    Thomas

    P.S.: Vielleicht können sich Läufer ein Zubrot verdienen, indem sie in groß angelegtem Maßstab durch ihre laufende Fortbewegung für Bewegungsmuffel Pokemon Eier ausbrüten … 😀

    1. Hi Thomas,
      ein berechtigter Einwand. Weil es für die Idee aber noch an einigen Stellen hakt, sehe ich für die Geschäfte keinen Grund zur Sorge.
      Viele Grüße zurück
      Markus

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