Anekdoten eines Crosslaufs

Am Samstag ist es soweit! Am 10. Dezember findet der 1. Heusenstammer Crosslauf statt. Auf der einen Seite freue ich mich, dass es endlich soweit ist, auf der anderen Seite bleibt immer die Frage, ob wir an alles gedacht haben. Denn es ist unsere Premiere bei der Veranstaltungsorganisation.

Wenn ich von wir spreche, meine ich hauptsächlich Martin und mich. Martin ist ein alter Freund, mit dem ich einst die ersten Laufschritte absolvierte, nachdem wir uns als 17-jährige überlegt hatten, einen Marathon laufen zu wollen. Martin ist wie ich im Vorstand der Leichtathletikabteilung des TSV Heusenstamm und wollte gerne einen Volkslauf organisieren. Ich brachte die Idee eines Crosslaufs auf, zum einen, weil es in Heusenstamm bereits einen Volkslauf gibt (den Kirchenlauf), zum anderen, weil ich den Bedarf in unserer Region sah: es gibt zwar Crossläufe im November und Januar, im Dezember klafft aber eine Lücke im Veranstaltungskalender, was insbesondere für die Läuferinnen und Läufer sehr ungünstig ist, die in Frankfurt Marathon laufen und danach eine Pause einlegen.

So machten wir uns nach einer Vorstandssitzung im September, in der die Idee sehr positiven Anklang fand, an die Organisation. Die Homepage wurde komplett neu gestaltet, die Optionen der Zeitnahme abgewogen und die Streckenführung entworfen. Und insbesondere die Genehmigung der Strecke wird mir immer in Erinnerung bleiben.

Die Strecke sollte attraktiv sein, so, wie ich sie selbst gerne laufen würde. Teilweise würde es durch das Sportgelände selbst gehen, teilweise aber auch außenherum durch den Wald. Weil es sich dabei um ein Naturschutzgebiet handelt, brauchten wir die Genehmigung von Forstamt sowie der unteren Naturschutzbehörde. Zwar gibt es richtig tolle Pfade und Wiesenwege, die aber offiziell nicht allzu häufig frequentiert werden sollen.

Die Strecke ist abwechslungsreich und hat alles zu bieten, was beim Laufen Spaß macht
Die Strecke ist abwechslungsreich und hat alles zu bieten, was beim Laufen Spaß macht

Ich entwarf also eine erste Streckenführung und schickte den Streckenplan zu den Behörden. Zur genauen Abklärung wurde eine gemeinsame Streckenbesichtigung vorgeschlagen, sodass Martin und ich uns eines Vormittags mit einem Vertreter der Naturschutzbehörde sowie dem Förster trafen. Letzterer hatte in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen mit Orientierungsläufern gemacht und am liebsten gar keine Veranstaltung abseits der großen Hauptwege zugelassen. Die Pfade sollten sich keinesfalls weiter verfestigen. Dennoch wollten wir einmal schauen, was im Kompromiss möglich ist.

Zur Streckenbegehung gingen wir nun aber keinesfalls zu Fuß. Nein, wir sollten in den Wagen einsteigen! Mit diesem fuhren wir dann über einen ehemaligen Pfad einmal quer durch den Wald, mitten durch hüfthohes Gestrüpp. Das Argument, die Pfade sollten sich nicht verfestigen, fand ich schlagartig überhaupt nicht mehr schlüssig. Die Auffassung über Fußabdrücke einiger Läufer im Vergleich zu einem Fahrzeug gehen wohl weit auseinander!

Durch die Gesprächsbereitschaft des beteiligten Mitarbeiters der Naturschutzbehörde kamen wir schlussendlich zu einem Kompromiss, der für dieses Jahr genehmigt wurde. Die Strecke gefällt mir sehr gut, obwohl sie sich schließlich doch deutlich vom Erstentwurf unterscheidet. Vom Ergebnis könnt ihr euch aber selbst ein Bild machen, die Anmeldung ist noch bis einschließlich Donnerstag online sowie natürlich auch vor Ort möglich. Ich würde mich freuen, wenn ihr kommt! Und natürlich ebenso, wenn wir die Strecke auch im nächsten Jahr wieder genehmigt bekommen – dann vielleicht auch ohne Streckenbesichtigung im Auto.

Hier schließlich der Link zum Crosslauf. Wir sehen uns!

Bilder: Thomas Guthmann

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