Jahresstart in Jügesheim – mit Axel in lang-lang

Mit dem Jahreswechsel wurde es Winter in Deutschland. Erst Schnee über Silvester, der Mitte der Woche wieder abtaute, dann kam Axel nach Deutschland. Axel, ein Tiefdruckgebiet, das momentan mit Schneechaos und Orkanböen ziemlich ruppig durch Deutschland bläst, sorgte vergangene Nacht für Temperaturen bis -12° C. Die Strecke war dadurch bretthart gefroren und pfeilschnell. Ideal für mich, der ich heute zum Jahresstart sehen wollte, wo ich derzeit stehe. Was wäre dafür besser geeignet als eine schnelle und vermessene Strecke über 10 km, auf der ich jeden Stock und Stein kannte?

Außerdem erinnerte ich mich natürlich an Februar 2012, als ich an Ort und Stelle bei exakt denselben Bedingungen mein bisher vielleicht bestes Rennen ablieferte, meine damalige Bestzeit pulverisierte und zum ersten Mal unter 33 Minuten lief. Dem Zufall wurde da natürlich nichts überlassen und blasphemisch ziemlich exakt dasselbe Outfit gewählt: lang-lang. Also ein T-Shirt unter das Trikot und Armlinge sowie eine lange Tight. Zu warm war es dennoch nicht auf der Strecke!

Leider ist ebendiese Strecke in diesem Jahr nicht der gewohnte Rundkurs, sondern wegen Bauarbeiten im Wald um das Wasserwerk eine Wendepunktstrecke mit Start und Ziel im Stadion und Wendepunkt bei km 5. Also ging es kurz vor drei Uhr am Nachmittag des ersten Samstag des Jahres hinein ins Stadion, um auf der Tartanbahn in Startstellung zu gehen. Meine Jacke und Mütze zog ich erst unmittelbar vor dem Start aus; dennoch war es in den wenigen Minuten bis zum Startschuss ganz schön kalt! Dann aber ging es los und alles, bis auf das reine Tempogefühl, war vergessen.

Demeke, der eigentlich schon vor dem Start als Tagessieger feststand, ließ es auf den ersten Metern langsam angehen, sodass ich als Führender aus dem Stadion lief. Ich fühlte mich gut! Nach der ersten Kurve sortierte ich mich hinter Aaron (Bienenfeld) ein, der nach seiner Verletzung zurückhaltend „nur“ 3:20 min/km laufen wollte, um auf dem letzten Kilometer deutlich zu steigern. Mit uns in der Gruppe liefen zwei junge Rodenbacher, außerdem die Triathlen Felix Hohm und Marc Scheuring.

Nachdem zwar in den letzten Wochen das Tempotraining schon wieder ordentlich lief, mir die Tempodauerläufe aber noch einige Schwierigkeiten bereitet hatten, brach sich fast schon Euphorie Bahn, als ich auf den ersten Kilometern gut mitkam. Was für eine pure Lauffreude. Fast träumte ich schon von einer richtig schnellen Zeit und wünschte mir ein noch um einen Hauch schnelleres Tempo, als Aaron nach 4 Kilometern auch schon anzog. Zumindest fühlte es sich so an – in Wahrheit wurde ich langsamer: beim Wendepunkt ging ich knapp hinter Aaron und dem jungen Marius nach 16’43 durch.

Die Lücke konnte ich nicht mehr schließen. Als Felix dann an mir vorbeiging, zog ich erst noch mit. Die kurzen, vereisten Passagen gingen aber nicht mehr ganz so sauber zu laufen wie auf dem Hinweg und auch zu Felix entstand bald eine Lücke. Die Uhr hatte ich aber noch fest im Blick und wollte es unbedingt unter 34 Minuten schaffen. Noch am Vormittag war ich mir überhaupt nicht sicher, was überhaupt möglich ist und hätte angegeben, unter 35 Minuten laufen zu wollen. Jetzt aber hieß es, so schnell zu laufen wie es ging. Der Abstand zu Felix wollte aber nicht kleiner werden!

Dann endlich, der letzte Kilometer. Der Versuch, noch einmal zu forcieren. Die letzte Rechtskurve, dann auf Svenja, die zum Fotografieren mitgekommen war, zu und links ins Stadion. Die Uhr, tickend, im Sichtfeld. Aber es reichte: Die erste Formüberprüfung zum Jahresstart konnte durchaus als Erfolg verbucht werden. 33:57 min! Ein guter Schritt in die richtige Richtung, ein schöner Lauf.

Noch kurz Auslaufen und ab ins Auto. Zu Hause wartet die warme Dusche!

Der Überblick:

Datum: Sa, 07. Januar 2017
Ort: Jügesheim, Deutschland
Wettkampf: Rodgauer Winterlaufserie
Distanz: 10 km
Zeit: 33:57 min
Platz: 5
Crew: Svenja
Schuhe: Nike Lunarracer
Ernährung: –
Fotos: Svenja

Strava:

2 Kommentare

  1. Hey Markus!

    Die Überschrift zum Artikel hat mich zuerst verwirrt, denn ich hatte Axel nicht gesehen … Hatte ich Tomaten auf den Augen!? 😉 Der Text brachte dann aber die Klärung 😀

    Gute Regeneration, wir sehen uns zum Drehen der nächsten Folge von „Running the Distance“

    Thomas

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