Halbmarathon Frankfurt 2017

Ein Wochenende voll Halbmarathon

Als die sportliche Standortbestimmung im Frühjahr wird er bezeichnet, der Frankfurter Halbmarathon. Unser Halbmarathon, denn der Frankfurter ist der einzige Cityhalbmarathon in Deutschland, der komplett ehrenamtlich organisiert wird. Von uns: Spiridon Frankfurt.

Svenja und ich spielen zwar nur eine kleine Rolle, dennoch sind wir ordentlich eingespannt. Schon am Samstag sind wir zur Commerzbank-Arena gefahren, um erst das Helfercafé aufzubauen und dann bereits die Verpflegung für Sonntag vorzubereiten. Stundenlang werden da Brötchen geschmiert, dann mit anderen Leckereien in Beutel verpackt. Eine Arbeit, die Spaß macht, weil wir in bester Gesellschaft beisammen sind: lauter Laufverrückte, die sich auf den nächsten Tag freuen und sich ausnahmsweise ohne zu Schnaufen austauschen können. Thorsten beispielsweise habe ich schon seit dem Marathon nicht mehr gesehen.

Und das Ergebnis kann sich sehen lassen – vor zwei Jahren haben wir als Streckenposten bei km 19 gestanden und selbst jeder eine Verpflegungstüte bekommen. Das war sowohl lecker als auch für die Stimmung sehr förderlich! Im Anschluss konnte ich mir noch völlig entspannt die Startnummer für Sonntag abholen, dann ging es wieder Heim. Nicht allzu lange.

Der Sonntagmorgen
Denn auch am heutigen Sonntag ging es schon früh los. Treffpunkt war bereits um acht. Wieder wurden Brötchen geschmiert, die Hunger mindern und die Stimmung heben.

Warten auf den Start
Gegen 9 Uhr wechselte dann der Fokus. Denn schon bald würde es losgehen. Jetzt wurde ich vom Helfer zum Läufer, der in Frankfurt seinen letzten Formtest vor Berlin zu absolvieren gedachte.
Es sollte kein volles Rennen werden, bei welchem alles gegeben wird, um zu sehen, wie schnell man laufen kann, sondern die kontrollierte Variante, die einen Rest des Vermögens sowohl im mentalen wie auch im physischen Tank belässt. Das alles-oder-nichts-Rennen wird es in Berlin geben, heute wollte ich versuchen, etwa 3’30/km möglichst entspannt ins Ziel zu bringen. Gelänge dies, wäre es ein sehr guter Indikator für die Form.

Schon beim Einlaufen merkt man, dass es sich heute nicht nur um einen Halbmarathon handelt, sondern dass sich dieser in ein wirkliches Großereignis gewandelt hat. Überall sind Leute, die meisten natürlich in Laufsachen; auch die Parkplätze sind alle schon belegt. Außerdem muss ich schmunzelnd feststellen, dass ich nur die wenigsten Gesichter kenne. Bei den kleineren regionalen Veranstaltungen sind fast alle Gesichter bekannt. Natürlich sind aber auch viele dabei, die man kennt! Zuerst laufe ich mit Tinka ein, dann noch ein Stück mit Mark (Scheuring).

Und dann, wenn es auf 10 Uhr zugeht, kann man eigentlich nur staunen! Über diesen riesigen Läuferwurm. Tausende Läufer im Startkorridor. Ein Wurm, der sich gleich in Bewegung setzt, um eine Runde durch Frankfurt zu drehen.
Während es weiter hinten noch ein paar Minuten dauern wird, steigt bei uns die Spannung. Und auch wieder nicht. Denn wegen Stau musste der Start um 10 Minuten verschoben werden! Da wurde es nochmal kalt. Thomas lieh mir netterweise seine Jacke. Dann noch kurz abklatschen, der Begrüßung lauschen – dann der Countdown und los. Wie würde es heute werden?

Das Rennen
Bei den ersten Schritten waren die Beine noch steif von der Kälte. Recht schnell, nach der Unterführung, lief es dann aber rund. Der erste Kilometer: 3:29 min. Gut im Plan.

Nach der Linkskurve lief ich zunächst noch alleine, fühlte mich aber gut. Es rollte, so wie ich es wollte. Der zweite Kilometer war nach exakt sieben Minuten passiert. Mittlerweile war ich zu Laura Philipp aufgelaufen. Von hinten kam noch ein Läufer in grün, an den ich mich hängte. So hatten wir eine schöne Gruppe.

In Niederrad, ab km 4, wurde es dann richtig windig. Und schwupps, waren wir langsamer geworden. 5 km nach 17’44. Dann ging es auf die lange Gerade am Main entlang. Ich fühlte mich gut und übernahm von nun an den Großteil der Führungsarbeit. Wegen des Winds war der Lauf aber recht unrhythmisch. Zwar liefen wir ab und zu auch Kilometer in 3:30 min, dann aber auch wieder in 3:40. Ich nahm es, wie es war.

Unsere Gruppe war jetzt dynamischer in der Zusammensetzung geworden. Hinten musste immer wieder jemand abreißen lassen, von vorne sammelten wir einige ein. Nach vielen Wettkämpfen, wo auch ich immer wieder zu schnell angegangen war, ein gutes Gefühl. Auf die Dauer lief nur Laura und Peter Hoehne mit mir.

Bei km 10 nahm ich einen Tee. Die Uhr zeigte 35’49, also 18’05 für den zweiten Abschnitt. Jetzt wieder zurück zum Ziel. Im ungefähr gleichen Tempo ging es weiter. Kurzzeitig wurde ich zwar abgelößt, was zu kurzzeitigen Tempoverschärfungen führte, im Wind ließ aber jeder schnell nach und ließ mir wieder den Vortritt. Die Steigung zur Isenburger Schneise war auch im kontrollierten Tempo nicht allzu angenehm, die Strecke ist zwar schnell, aber nicht sonderlich attraktiv. 15 km waren nach 53’57 (18’08) passiert.

Nach dem Wendepunkt schienen wir wirklich nur noch zu dritt zu sein. Ab km 18 forcierten dann Laura und Peter, ich blieb dran, wollte aber auch nicht zu viel investieren. Ein Halbmarathon ist schon lang! Schließlich dann die Brücke. Dann km 20 (1h11’50 bzw. 17’53) und die letzte Runde ums Stadion. Noch ein wenig die Anfeuerungen genießen, dann ins Stadion und ins Ziel.

Im Ziel
Für Laura waren die 1h15’50 Bestzeit, für mich gingen 1h15’56 in Ordnung und bedeuteten sogar hinter Tilahun Rang zwei bei den Kreismeisterschaften.
Am Mittwoch fand ein erster Testlauf des Nike-breaking2-Projekts über die halbe Distanz statt. Eliud Kipchoge lief in Monza vor Zersenay Tadesse 59’19 und war nach eigener Aussage bei 60%. Es sei nur Training gewesen. Training war es bei mir auch – ich musste aber mehr investieren. 80%, würde ich sagen. Rein rechnerisch also auf einem guten Weg :-). Noch drei Wochen bis Berlin.

Zum Abschluss wurde dann natürlich noch abgebaut. Die Stimmung dabei war gut: ein wirklich schöner Sonntagmorgen!

Der Überblick
Datum: So, 12. März 2017
Ort: Frankfurt, Deutschland
Wettkampf: Frankfurter Mainova Halbmarathon
Distanz: 21,1 km
Zeit: 1:15:56 h
Platz: 20.
Crew: Svenja & ganz Spiridon
Schuhe: Nike Lunarracer
Ernährung: Tee bei km 10
Fotos: Hajo und Thomas

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