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Was man als Städtemarathon übernehmen könnte

Am vorletzten Wochenende waren wir zum Halbmarathon in Berlin, am letzten für den Marathon in Paris. Beide Strecken führten (auch) durch die Innenstadt und waren – wie so manch anderer Städtemarathon – wie prädestiniert zum Sightseeing. Nur wenige schauen nie nach links oder rechts. Aber was genau sieht man da eigentlich?

 

Sightseeing-Hinweisschilder

Als Vorbild könnte man sich hier am Parismarathon orientieren: ähnlich wie die Kilometer- (und Meilen-)Markierungen standen am Streckenrand Schilder, die auf die jeweils nächste Sehenswürdigkeit hinwiesen. Beispielsweise „der Louvre gleich zu Ihrer Rechten“. Oder „das Rathaus in wenigen Metern am rechten Streckenrand“.

In Paris waren diese Schilder sehr schlicht gehalten. Eine rein schriftliche Information, und nur auf Französisch. Das Design lässt aber natürlich alle Möglichkeiten offen. Ich persönlich kann mir gut ein Relief der Sehenswürdigkeit vorstellen, dazu der Name und in wie vielen Meter sie auf welcher Streckenseite auftaucht. Farblich unterschieden natürlich von den wichtigen Hinweisschildern wie ärztliche Versorgung, Verpflegung, Kilometermarkierungen etc. Man könnte einen Wettbewerb daraus machen!

Wäre das nicht etwas für den nächsten Städtemarathon? Fühlt ihr euch angesprochen, in Frankfurt, Hamburg, Berlin, München, Hannover, Zürich und Kassel? Und all den anderen großen Städten? Denkbar sind ähnliche Schilder natürlich auch bei Landschaftsmarathons, um auf besondere Aussichten, wertvolle Pflanzen oder Naturdenkmäler hinzuweisen. Ich bin mir sicher: wir Läufer werden es euch danken!

Neu ist die Idee solcher Hinweisschilder ja nicht – man kennt ähnliche Schilder von der Autobahn. So fährt bzw. läuft man in diesem Fall einfach bewusster. Und interessant ist die Idee auch besonders am Ende, für all diejenigen, denen jede Ablenkung Recht ist!

 

Energie auf der Straße

Eine andere Idee – nicht nur, aber insbesondere auch für das Ende des Rennens – sind „Boost“-Markierungen oder „Power-up“-Pfeile, wie beispielsweise im Autorennspiel „Mario Kart“: bestimmte Stellen am Boden, an denen in diesem Fall das Auto einen Geschwindigkeitsschub bekommt. Was sich wunderbar aufs Laufen übertragen lässt! Seit Paris weiß ich, dass solche Pfeile einen (unter)bewussten Anstoß geben können. Dort waren große, grüne Dreifachpfeile (in der Abmessung von etwa 1,5 auf 1,5 m) auf den Boden gesprüht – einmal auf einer leicht abschüssigen Passage etwa bei km 10, einmal in einer langen Unterführung, in der auch die Wände grün blinkten: ich hatte meinen Spaß dabei, mir jedes Mal das „Wusch“ vorzustellen, als ich auf die Markierungen trat. Und gefühlt wurde man auch schneller!

Außerdem musste ich direkt an die Hahner-Zwillinge denken. Über deren Darstellung kann man sicherlich streiten, nicht aber darüber, wie gut sie sich selbst motivieren können. Als Anna ihre Bestzeit in Berlin lief, war einer der vielen kleinen Tricks während des Rennens, sich bei jedem Gullideckel auf der Strecke vorzustellen, sie bekäme einen Energieschub wie bei dem erwähnten Autorennspiel. Mit den aufgesprühten Pfeilen fiele diese mentale Stütze noch viel leichter.

Wie in Paris könnte auch bei jedem anderen Städtemarathon ein Sponsor solche Energie-Stationen einrichten. Mit Wahl der richtigen Farbe sind die Rückstände auch schnell wieder von den Straßen verschwunden und die Läufer, die nicht wollen, können die Pfeile einfach ignorieren.

Ich bin dafür! Und helfe auch gerne bei der Umsetzung 🙂

2 Kommentare

  1. Hallo Markus!
    Interessante Gedanken. Bei den Pfeilen fühlte ich mich – Du ziehst ja selbst den Vergleich – vortrefflich an Mariokart erinnert. 🙂 🙂 🙂
    Was die Sehenswürdigkeiten angeht. Gäbe es diese Schilder hättest Du auch einen Blick dafür, wenn Du den Marathon mit Absicht Bestzeit laufen würdest?
    Finde den Vergleich mit den Hinweisschildern an Autobahnen gut: “wusch” und man ist vorbei ohne großartig das Schild wahrgenommen zu haben. Wenn man doch das Schild lesen konnte, ist man vielleicht ebenfalls schon vorbei. Also worauf ich hinaus will ist, dass ich mir nicht vorstellen kann, dass man bei einem Städtelauf auf solche Sightseeing-Schilder achtet und dann noch auf die Sehenswürdigkeiten. Ich denke, dass die Mehrheit städtisches Sightseeing und die Teilnahme an einem Stadtlauf entkoppelt, also sich entweder auf das eine (laufen) konzentriert oder auf das andere (Sightseeing).
    Aber vielleicht ist es als Marketing eine Idee oder gar für die Zukunft ein neuer Trend wenn Trailrunning out ist wird vielleicht Sightseeing-Running in!?
    Wir sehen uns beim Rodgauer Osterlauf, ohne Boost-Pfeile oder Sehenswürdigkeiten-Hinweise (wobei das Hofgut Patershausen auf der 25 km Strecke eine schöne Ecke ist), lediglich mit KM-Schildern
    Thomas

    1. Hi Thomas,
      ich sehe es genau anders als Du: selbst bei 3’30/km nimmt man noch einiges am Streckenrand wahr. Und genau das will man beim Städtemarathon ja: die Atmosphäre aufsaugen! Die meisten Läuferinnen und Läufer sind noch deutlich verhaltener unterwegs – da schaut man gerne mal nach links und rechts. Und ich finde, dass aufmerksames Laufen viel besser ablenkt – auch in schwierigen Rennphasen – und deshalb fände ich Hinweisschilder eine hervorragende Idee.
      Das Sightseeing kann man ja noch zusätzlich machen. Hinterher, dass die Beine nicht müde werden 🙂
      Viele Grüße
      Markus

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