Düsseldorf

Kein Marathon in Düsseldorf

Es heißt, Düsseldorf sei die Stadt der Kunst. Mit einer weltberühmten Kunstakademie, die aus einer kurfürstlichen Malschule hervorging und an der international renommierte Künstler wie Joseph Beuys, Gerhard Richter und Jörg Immendorff lernten und unterrichteten.

Es heißt, Düsseldorf sei die Stadt der Mode. Mit den elegantesten Shopping-Destinationen, mit internationalem Flair, mit weltweit führenden Modemessen und natürlich der „Kö“: die elegante Königsallee, die zusammen mit 5th Avenue, Ginza und Champs-Élysées zu den „Traumstraßen der Welt“ zählt.

Es heißt, Düsseldorf sei die Stadt des rheinischen Genusses. Sie bietet Rheinischem Sauerbraten, Haxe, Flönz und Ähzezupp. Sie bietet süffiges Altbier und überliefert die alte Weisheit, dass „Essen und Trinken Leib und Seele zusammenhält“.

Außerdem heißt es, Düsseldorf sei eine grüne Stadt. Mit Erholungs-, Grün- und Waldflächen, die knapp ein Fünftel der Gesamtfläche der Stadt einnehmen, mit Tradition als Gartenstadt, die bis ins 18. Jahrhundert zurückreicht, als Nicolas de Pigage mit dem Hofgarten den ersten öffentlichen Park in Deutschland schuf und mit einer grünen Achse, die im Nordpark mit dem Japanischen Garten beginnt und bis zum Naturschutzgebiet Urdenbacher Kämpe im Süden der Stadt reicht.

Wir Läufer aber wissen noch mehr! Wir wissen, dass Düsseldorf eine Laufstadt ist. Insbesondere dann, wenn die großen Wettkämpfe ausgetragen werden. Große Wettkämpfe wie der Düsseldorf Marathon.

Besonders groß war Düsseldorf in dieser Hinsicht im vergangenen Jahr, als Hendrik Pfeiffer uns Zuschauer mit einem Fabelauftritt zu verzaubern wusste: 2h13 lief da der junge Wattenscheider bei seinem Debüt – trotz Schneesturm. Die Düsseldorfer Strecke zeigte sich dabei von ihrer schnellsten Seite, eine Seite, die einen genaueren Blick lohnt.

Denn rechtzeitig, um noch etwas Werbung für die diesjährige Auflage zu machen, verkündete der Deutsche Leichtathletik Verband, in den Jahren 2018 und 2019 die deutschen Marathonmeisterschaften in Düsseldorf austragen zu wollen. Wer sich kurzfristig entschied, konnte also schon in diesem Jahr Eindrücke für die Meisterschaften sammeln. Nach drei Jahren in Frankfurt steht damit wieder ein Wechsel ins Frühjahr bevor.

 

Schon wieder Marathon?

Ja, das war tatsächlich der Plan. Ich hatte Anfang des Jahres gemeldet, um Martin dabei zu unterstützen, endlich die drei Stunden zu knacken. Geplant war, ihn bis ins Ziel zu begleiten, zu ziehen und anzutreiben. Weil sein Training aber suboptimal lief, würde Martin an diesem Sonntag nur einen langen Trainingslauf absolvieren. Was würde ich also tun? Ihn begleiten und die Stadt angucken, gar alleine laufen? Hotel und Startgebühr waren immerhin schon gebucht.

Eine gute Alternative und Motivation zur Leistung bot unsere Vereinskollegin Tinka, die sich Düsseldorf als großes Ziel im Frühjahr ausgesucht hatte und gerne unter 2h40 laufen würde. Die Vorgabe unseres Trainers Kurt dafür war, auf keinen Fall zu schnell anzulaufen und die Halbmarathonmarke nach genau 1h19‘40-1h19’50 zu passieren. Dabei konnte ich helfen. Bis zur Hälfte mitzulaufen, versprach ich Tinka. Im Normalfall wollte ich bis km 25 mitlaufen; würde es gar ausgezeichnet rollen, vielleicht auch bis km 30. Ich würde einen guten Eindruck von der Strecke bekommen. Wer weiß, was mich für Ziele im nächsten Jahr treiben?

Dass es ganz ausgezeichnet rollen würde, erwartete ich aber nicht. Zum einen baue ich die Form nach einigen ruhigen Wochen erst wieder auf, zum anderen habe ich Düsseldorf ganz zäh in Erinnerung, weil ich 2014, bei den deutschen 10-km-Straßenlaufmeisterschaften an Ort und Stelle nur 34’14 lief. Nicht erwartet hatte ich hingegen, dass ich gar nicht laufen würde.

Wortwörtlich: ich lief gar nicht! Konnte nicht. Am Freitag war ich müde und schlapp, am Abend kamen Kopfschmerzen und ein flaues Gefühl im Magen dazu. Am Samstagmorgen musste ich mich dazu durchringen, die Fahrt nach Düsseldorf abzusagen. Es tat mir sehr leid, aber es half ja nichts. Tinka würde alleine ihren Rhythmus finden müssen.

Sie versuchte es, heute klappte es nicht. Ein großes Bravo an alle, die heute ins Ziel kamen!

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