Der perfekte Tempomacher

Gestern noch, da dachte ich, dass 2017 wohl keinen guten Abschluss nehmen wird. Nachdem schon ein Großteil der restlichen Familie um Weihnachten herum geschwächelt hatte, ging es auch mir gestern gar nicht gut. Der 30er musste leider ausfallen. Aber es hätte schlimmer kommen können und die Krankheit beschränkte sich auf einen Tag. Heute ging es mir schon wieder besser – und als Tempomacher hätte es perfekter nicht laufen können.

Wahrscheinlich sind auch genau deshalb alle Tempomacher-Positionen doppelt besetzt. Nach 39 Austragungen hat man als Ausrichter wahrscheinlich genug Statistiken erhoben, um zu wissen, dass in dieser Jahreszeit krankheitsbedingte Ausfälle nicht allzu selten sind.

Aber es klappte ja alles. Zwar hatte auch mein Partner Christoph die letzten Tage geschwächelt und ich war nach einem Tag bei Kamilletee und ein paar Salzbrezeln sicher nicht zu Höheflügen bereit, dennoch aber freuten wir uns auf den heutigen Tag. Läufe daheim, vom eigenen Verein, sind immer etwas Besonderes. Gerade auch, wenn wie in Frankfurt so viele (Bekannte) an den Start gehen.

Wir waren früh dran und konnten fast direkt auf den Parkplatz durchfahren. Als ich mich einlief, war das ganz anders. Eine lange Autoschlange! Aber es schafften wohl alle noch rechtzeitig. Wieder zurück am Stadion bekam ich unseren Ballon und Christoph besorgte sich noch eine Tempomacher-Weste, die ich mir direkt zusammen mit der Startnummer abgeholt hatte. Dann rückte 12 Uhr näher und der Startbereich füllte sich. Einige kündigten an, mit uns laufen zu wollen. Manche stürmten beim Start direkt vorne weg, andere sah ich auf der Strecke gar nicht. Aber wie auch den Überblick behalten, bei dieser Masse an Startern?

TempomacherEs galt, möglichst von Beginn an das Tempo zu treffen. Gerade die ersten fünf Kilometer der neuen Strecke (die musste wegen Bauarbeiten geändert werden) luden zu schnellem Laufen ein. Ein kleiner Puffer ist für die zweite Streckenhälfte ganz gut, zu schnell sollte man aber nicht starten. Das gelang uns sehr gut: 3’54 und 3’55 für die ersten beiden Kilometer, nach 15’39 waren wir hinter dem Golfplatz bei km 4. Christoph drückte hier weiter aufs Gas, während ich etwas Tempo herausnahm, weil jetzt der schwierige Part der Strecke kommen würde. Erst der leicht Anstieg zur Unterführung, dann dieselbige und am Stadion vorbei, mit einigen Ecken und zwei Wendepunkten. Mein Ballon und ich liefen 4’01, 4’07 und 4’08, jetzt waren wir perfekt im Zeitplan. Die Anstrengung blieb gefühlt gleich, die Strecke war nur etwas langsamer. Christoph war mit einer kleinen Gruppe etwa 50 m voraus.

Dann noch einmal durch den Wald. Der Schnitt passte, war jetzt mit 3’56 und 3’57 wieder knapp unter 4 Minuten. Jetzt galt es auch immer mehr, die Mitläufer zu motivieren. Schwung mitnehmen und beim letzten Kilometer nochmal beschleunigen. Das klappte gut und machte mir – als aktiven Zuschauer – besonderen Spaß. Christoph war immer noch mit Abstand vor mir und etwas zu früh im Ziel, denn meine Uhr zeigte im Ziel 39:59,2 min. Punktlandung!

Ein sehr schöner letzter Lauf in 2017! Danke für die nette Begleitung, kommt alle gut ins Neue Jahr!

 

 

Der Überblick
Datum: So, 31. Oktober 2017
Ort: Frankfurt am Main, Deutschland
Wettkampf: Spiridon Silvesterlauf
Distanz: 10 km
Zeit: 39:59 min
Platz: 102.
Crew: Svenja
Schuhe: Saucony München 3
Ernährung: –

 

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