Mach mal Pause! 6 Gründe für die Saisonpause. offseason

Mach mal Pause! 6 Gründe für die Saisonpause.

Saisonpause! „Endlich“ kommt sie für die einen, „schrecklich“ finden sie die anderen. Ausruhen ist angesagt. Und ganz wichtig: kein Laufen. Drei Wochen lang, manchmal auch länger. Klar verpasst man etwas – in meinem Fall die schönen Crossläufe im November (der HeusenstammCross findet am 09.12. statt!) und natürlich geht die Form verloren. Aber für ersteres muss man Priorisieren, zweiteres – die Form – kommt schnell genug wieder.

Die Beine ruhig zu halten, auch wenn es schon wieder kribbelt, ist die klare Vorgabe. Dass es kribbelt, ist ein gutes Zeichen, und dennoch ist es wichtig, auch mal nicht zu laufen. Wird die innere Unruhe zu groß, kann auf Alternativsport ausgewichen werden – Radfahren und Schwimmen stellen eine ganz andere Belastung für den Bewegungsapparat dar.

Die Profis machen es uns vor: Mo Farah ist nach seinem Chicago-Triumph im Familienurlaub, Julien Wanders ist nach seiner Saisonpause direkt mit neuem Europa-Rekord über 10 km wieder eingestiegen und Philipp Baar erzählt im Sweat Elite Podcast sogar von einer siebenwöchigen Saisonpause nach seinem EM-Marathon in Berlin.

Und ja: es hat berechtigte Gründe, dass die wirklich richtig Guten einmal im Jahr eine komplette Laufpause einlegen. Die meiner Meinung nach Wichtigsten sind die Folgenden:

  • Volle Erholung: Laufen ist anstrengend, nicht nur für unser Herz-Kreislauf-System und unsere Muskeln, sondern auch für die Knochen, Sehnen und Bänder sowie das Hormon- und Nervensystem. Eine längere Pause einmal im Jahr ist deshalb ein wichtiger Faktor, um langfristig verletzungsfrei zu bleiben.
    Außerdem kann man so selbst bestimmen, wann die Form einen Knick hat. Es ist sinnvoller, geplant wieder aufzubauen als beispielsweise im Januar in ein Loch zu fallen und genau dann keine Leistung bringen kann, wenn das Frühjahr so richtig losgehen soll.
    Ach ja: auch das ein oder andere Kilo mehr auf den Rippen tut jetzt gut.

 

  • Wirklich volle Erholung: Laufen ist anstrengend, auch für die Kopf. Auch wenn es mit einem Ziel leichter fällt muss doch ab und an gegen den inneren Schweinehund gekämpft werden. Um überhaupt loszulaufen. Um dranzubleiben, wenn es schwer fällt. Wenn es beim langen Lauf hinten raus anstrengend wird. In der Saisonpause dürfen die Leinen gelockert und dem Schweinehund nachgegeben werden. So verstehen wir wieder, warum wir Laufen – weil es uns Spaß macht und uns fehlt, wenn wir es nicht tun. Für die richtig guten Rennen, wenn wir unsere persönlichen Grenzen verschieben wollen, muss nicht nur die körperliche Tagesform stimmen, sondern ebenso die Einstellung im Kopf. Deshalb braucht auch der einmal eine Pause.

 

  • Zeit haben: In der Saisonpause ist Zeit für Dinge, die man sonst nicht macht. Man könnte einfach mal ins Kino gehen. Oder in die Sauna, ins Museum, zum Kegeln. Ein gutes Buch lesen. Oder man kann einfach mal nichts tun. „Entschleunigung“ nennt man das heutzutage.

 

  • Alternativsport auskosten: Beim Laufen bleiben wir meist auf unseren altbekannten Runden. Da gibt die Saisonpause die Möglichkeit, bei anderem Sport neue Wege zu entdecken oder unsere Umgebung zumindest aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Beim Spaziergang sehen die gleichen Wege ganz anders aus als beim Radfahren. Man kann aber auch einmal Schwimmen gehen, ordentlich Stabi machen (ohne die Laufbelastung hat man viel mehr Kraft) oder auf einer ganz neuen Runde Wandern. Habt ihr schon klettern ausprobiert?

 

  • Zeit für einen Blick zurück: Mit der Saisonpause endet eine Saison/ein Laufjahr. Jetzt ist Zeit, zurückzublicken und zu sehen, was gut war und was nicht. Erfolge kann man so erneut genießen und gleichzeitig kann man daran arbeiten, gemachte Fehler nicht zu wiederholen – nichts soll nur weiterlaufen, weil es schon immer so war.

 

  • Pläne für die neue Saison schmieden: Ich verpasse den Start der Crosslaufsaison. Das nehme ich in Kauf, weil ich in Frankfurt den Marathon laufen wollte. Wie in der Einleitung angeklungen muss man Prioritäten setzen: man kann nicht auf allen Hochzeiten tanzen. Schon jetzt ist es an der Zeit, zu überlegen, welche die wichtigsten Ziele sind, welche Vorbereitungswettkämpfe es dafür braucht und was zu viel ist. Man kann nicht die ganze Saison über in Topform sein, deshalb muss man sich entscheiden, wann es so weit sein soll. Und das soll natürlich auch nicht jedes Jahr das Gleiche sein. Wie wäre es mit einer kleinen Reise zu einem Wettkampf? Choose your battle!

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