07/24 Talent

20151008_165935Talent, was ist das eigentlich? Manche Trainer meinen, es schon bei Kindern ausmachen zu können. Ist Talent angeboren, kommt es mit den Genen? Oder entwickelt es sich mit der Zeit? Kann man Talent trainieren, oder ist man talentiert und deswegen fällt einem das Training leichter? Wer legt fest, ob ich Talent habe?

„Ich habe mich mein Leben lang mit der Frage beschäftigt, was das eigentlich ist – Talent. Genie. Ich glaube heute, dass das, was wir landläufig als Genialität bezeichnen, im tiefsten Grunde vor allem eines ist, nämlich die Bereitschaft, sich mit einer Sache unbegrenzt viel Mühe zu geben. Und diese Bereitschaft, das ist der springende Punkt, muss von innen heraus kommen, aus einem selbst. Und dazu ist etwas nötig, das man heutzutage zu gern außer Acht lässt, weil man es ärgerlicherweise weder berechnen noch digitalisieren kann – dabei ist es das Wichtigste, das es gibt, und im Grunde unseres Herzens wissen wir das. Liebe. Wenn man mit etwas, das man tut, Außergewöhnliches vollbringen will, muss man es zutiefst lieben. Anders geht es nicht.“
– Professor Tessari in Andreas Eschenbachs Buch „Perferct Copy – Die zweite Schöpfung“

Liebst Du das Laufen? Wenn ja, dann hast Du Talent! Und bist ein Laufgenie.

4 Kommentare

  1. Hallo,

    Mir gefällt das Zitat, aber ich fürchte, es stimmt nicht.

    Es ist Ausdruck dessen, was jeder hart arbeitende Mensch gerne hätte. Im Sinne von „wenn Du nur willst und hart genug dafür arbeitest, dann klappt das auch.“

    Und ja, das wäre fair. Aber die Realität ist anders.

    Trotzdem zahlt sich Einsatz natürlich aus. Und die nötige Einsatzbereitschaft ist sicher auch ein Talent, aber eben nur eines von mehreren, das gute Sportler auszeichnet.

    Für deine maximale Sauerstoffaufnahmefähigkeit kannst du tun was du willst, wenn sie genetisch bei 60 ihre Grenze hat, dann wirst Du objektiv betrachtet kein toller Läufer, jedenfalls nicht im Sinne von tollen Laufzeiten.

    Aber zum Glück ist das nicht alles was zählt. Es gibt so viele zufriedene Läufer mit mäßigen Zeiten und jede Menge weniger zufriedener mit tollen Zeiten.

    Was wir in unserer Disziplin oft vergessen ist, dass allein die Betrachtung der individuellen Entwicklung geeignet ist, um langfristig Zufriedenheit zu erlangen. Und dafür spielt klassisches Talent keine Rolle.

    Beste Grüße
    Vom FlowRunner

    1. Das meinte ich auch schon zu Andreas: Talent ist kein feststehender Begriff; die Frage ist, an was man die Leistung misst. Wer Spaß am Laufen hat, ist meiner Meinung nach talentiert!

  2. Ich verstehe Talent als etwas, das jemand von sich aus „mitbringt“. Außergewöhnliches leistet man nur, wenn zum Talent auch noch Training und die besagte Begeisterung oder Liebe hinzukommt. Aber es gibt in jedem Bereich Menschen, die machen etwas zum allerersten Mal und sind bereits besser darin, als viele, die es jahrelang geübt haben. Es gibt Läufer, die fangen an zu laufen und finishen bereits ein halbes Jahr später den Marathon unter 3 Stunden. Das werde ich mit jahrelangem Training nie hinbekommen. Das ist Talent: eine – biologische, physiologische, mentale, etc. – Grundvoraussetzung, die einfach bereits da ist… und dann weiter trainiert werden will 😉

    1. Und was, wenn Du talentiert bist, weil Du es zu jahrelangem Training gebracht hast?
      Talent ist ein weitgefasster Begriff mit viel Interpretationsspielraum und hängt natürlich auch damit zusammen, wie bzw. an was man Leistung misst.

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