Mit der TVTC im Wald im Osttaunus

Teil 2 der TVTC im Osttaunus

Letzte Woche hatte ich von meinem Ausflug in den Taunus erzählt. Gelockt durch die Taunus Virtual Trail Challenge (TVTC) ging es mit Daniel 20 km über Altkönig und Feldberg. Das war nicht nur ein klein wenig Wettkampfersatz, sondern außerdem auch eine schöne Abwechslung im Trainingsalltag.

Die Oberschenkel spürten insbesondere das Bergablaufen noch ein paar Tage, die Lust auf mehr Taunus-Abenteuer minderte das aber nicht: schließlich hatte ich erst fünf der zehn Segmente der Challenge absolviert, die fünf anderen fehlten also noch. Und diese lagen weiter östlich – auf der anderen Seite der L3004 (die Bundesstraße, die von der Hohemark hinauf auf den Feldberg führt; beim Stoppomat-Rennen fährt man diese Steigung mit dem Rennrad) im Osttaunus.

Schön, euch mal wieder in echt zu sehen!

Peanut war auch mit dabei
Peanut wanderte mit

Im Zuge unserer Initiative gegen mickrige Muskeln machen wir seit Beginn des Jahres täglich Stabi, mindestens drei Übungen pro Tag. Denn selbst wenn alles durchgetaktet ist, fünf Minuten für drei kurze Übungen hat man immer. Bisher sind diese drei Übungen auch nur äußerst selten ausgefallen (ca. einmal pro Monat). Um regelmäßig aber auch fleißiger zu sein, haben wir uns mit Beginn der Pandemie-Einschränkungen montags und donnerstags mit Corinna und Johannes, unseren Freunden aus dem Rheingau, verabredet. Dadurch sehen wir uns häufiger als sonst, aber eben nur virtuell.

Mit den Lockerungen verabredeten wir uns prompt für eine Runde im Taunus. Mit Johannes wollte ich Segmente jagen, die Mädels wanderten währenddessen eine Runde. Bei schönstem Wetter kamen wir alle auf unsere Kosten!

Die zweiten fünf Segmente der TVTC

Diesmal würde es also die längere der beiden Routen sein. Diese startete eigentlich wieder vom Parkplatz am Taunus Informationszentrum, weil wir dort aber bereits um 10:15 Uhr keinen Parkplatz mehr bekamen, fuhren wir 900 m in Richtung Feldberg und entdeckten dort eine sehr gute Alternative. Von dort ging es zunächst auf den Herzberg, dann über Roßkopf und Klingenkopf zum Lindenberg und wieder zurück. 22 sehr schöne Kilometer!

Zum Aufwärmen lag noch der kleine Eschbach Trail auf dem Weg, den wir gerne mitnehmen würden, um den Kreislauf in Schwung zu bekommen. In der Folge lauteten die Eckdaten der zweiten fünf Segmente der TVTC wie folgt:

  • Herzberg-Uphill: 1,23 km, +164 m, 13,3 % Steigung. Bestzeit: Felix Junk, 8:12 min, 6‘40/km.
  • Metzgerpfad Downhill: 0,77 km, -117 m, 15,1 % Gefälle. Bestzeit: Benjamin Fuchs, 2:18 min, 2‘58/km.
  • Klingenkopf runter: 1,89 km, -209 m, 11,0 % Gefälle. Bestzeit: Andre La, 6:57 min, 3‘40/km.
  • Lindenberg Crossing: 0,80 km, +35 m, 2,6 % Steigung. Bestzeit: Felix Junk, 3:37 min, 4‘29/km.
  • Panoramaweg: 1,25 km, -54 m, 4,0 % Gefälle. Bestzeit: Tim Brähler, 4:20 min, 3‘27/km.

Wieder so weit, so gut. Die Vorbereitungen waren abgeschlossen. Ich würde wieder mein Handy mitnehmen, so weiß Svenja immer, wo wir sind und kann abschätzen, wie lange wir noch brauchen.

Die Route des zweiten TVTC-Abenteuers

Anders als am Donnerstagabend hatten wir aber am Sonntagvormittag weniger Zeitdruck. Also erst einmal die Route finden und dann ganz gemütlich einlaufen. Die Erfahrung zeigt, dass fünf Segmente genug schlauchen und man entsprechend gemütlich starten sollte.

Auf die ersten schmalen Pfade ging es dann zu unserem Aufwärm-Segment, dass sich etwa 300 m den Berg hinaufschlängelte. Ein sehr schöner Auftakt, die Beine waren gut und die Pfade machten Lust auf mehr! Johannes konnte sich das Segment mit gutem Vorsprung zur bisherigen Bestzeit sichern.

Der Herzberg-Turm, unser ersters Ziel beim zweiten Teil der TVTC

Weiter ging es in Richtung des großen Tagesanstiegs, einmal direkt hinauf zum Herzberg. Sehr gleichmäßig geht es auf einem Pfad hinauf, zwar auch mit ein paar Steinen, aber viel besser laufbar als beispielsweise zum Altkönig oder Feldberg hinauf. Bis ein Baum quer lag. Während Johannes den direkten Weg mit Klettereinlage versuchte, nahm ich die Extrahöhenmeter in Kauf, die mich das Umlaufen kostete. Dennoch sparte ich so Zeit und musste bis oben alleine durchziehen. Fast hätte ich den finalen Abzweig dann noch verpasst, schaffte aber dennoch eine neue Bestzeit. Auch wenn es knapp war blieb ich eine Sekunde unter acht Minuten und war damit 13 Sekunden schneller als die bisherige Bestzeit, obwohl mit bereits 7’30 auf der Uhr und dem Herzberg-Turm im Blick der Weg noch sehr weit schien. [Update: Daniel war am gestrigen Montag nochmal schneller]

Dort oben hatten wir leider keine Aussicht, das Lokal versperrte die Sicht. Eine Pause hatten wir auch nicht vorgesehen und so liefen wir eben ohne Fernblick weiter. Dort waren auch einfach zu viele Menschen.

Auf dem Grat dem Wetter exponiert

Oben auf der Hügelkette – von einem Grat kann man hier ja eigentlich nicht sprechen – liefen wir hinüber bis zum nächsten Abwärts-Segment. Die Gegend dort gefällt mir sehr gut, schmale Pfade winden sich durch den grünen Wald. Und vor allem läuft man auf Erde, die vielen Steine scheinen ein Phänomen des Taunus westlich der L3004 zu sein. Schließlich erreichten wir eine Art Hochplateau, auf dem der Wind im letzten Jahr auch mächtig gewütet hatte. Auf großen Flächen steht kein einziger Baum mehr.

Entsprechend merkten wir auch bergab, dass hier einmal flüssiger gelaufen werden konnte, denn die Segmentbestzeit war meilenweit entfernt. Derzeit liegen viele Äste kreuz und quer, teilweise mussten wir sogar Baumstämme überklettern. Über strava sah ich später, dass unser Vereinskamerad Florian bei diesem Segment, dem Metzgerpfad, gar zu Sturz kam. Zum Glück scheint ihm nichts passiert zu sein. Wir kamen glücklicherweise ohne Bruchlandung davon.

Auf dem Weg zum Lindenberg

In der Folge mussten wir noch weitere Klettereinlagen einbauen, hinauf zum Klingenkopf kamen wir über eine weitere verwüstete Fläche, bis es dann wieder auf schmale Pfade in den Wald ging. Genau an der steilsten Stelle kam uns dort ein Mountainbiker entgegen, der sehr gekonnt dort hinunterfuhr, wo ich mein Rad nicht einmal schiebend hinabbugsieren hätte wollen.

Oben auf dem Klingenkopf stand dann das nächste Abwärts-Segment an, den „Klingenkopf runter“. Voller Elan liefen wir los, um dann noch einmal umzukehren: wir hatten den falschen Weg erwischt. Johannes hatte es diesmal glücklicherweise frühzeitig erkannt. Also erneut. Den Abzweig, der mir auf der Karte als nicht offensichtlich erschienen war, erwischten wir zwar, dann lag wieder einmal aber ein Baum quer. Wie zuvor versuchte sich Johannes erneut am Klettern, wie beim letzten Mal lief ich ihm auch diesmal außenherum davon. Das folgende letzte Stück machte dann richtig Spaß, ich war mir zwar nicht immer sicher, auf dem richtigen Weg zu sein, traf aber die richtige Route und war sogar schneller als zwei Mountainbiker. Ausgespuckt wurden wir dann an einer Hütte, an der uns asiatische Wanderer recht verdutzt anschauten.

Die flachen Segmente sind für uns gemacht

Damit waren die vermeintlich schwierigen Segmente des Tages abgehakt, die verbleibenden sollten eher flach sein, was uns als nicht-Trailläufer am ehesten entgegenkommen sollte. Auf dem Weg zum Lindenberg gönnten wir uns Traubenzucker bzw. Gel, um noch genug Energie zu haben.

Auf dem Weg dorthin überholten wir auch bergan Mountainbiker, die aber noch lachen konnten. Und immerhin keinen E-Motor hatten!

TVTC: Jep, hat Spaß gemacht!
Jep, hat Spaß gemacht!

Das Lindenberg-Segment war dann ganz anders als erwartet. Zum einen geht es zu Beginn mächtig bergauf, ich hatte es flacher erwartet. Und in der Folge sollte es doch mehr oder weniger geradeaus gehen? Immer wieder kamen unerwartete Kurven. Wenn man den Weg kennt, macht es dort sicherlich mächtig Spaß, so wuchs die Verwirrung. Als ich auf einem Schotterweg landete, hörte ich so sogar zu früh auf. Es gibt also noch Potential!

Aber ich muss sowieso noch einen dritten Anlauf im Rahmen der TVTC starten (ich muss nicht nur, ich will auch: die beiden Ausflüge haben mir richtig viel Spaß gemacht!), denn am Ende unserer Tour sollte ich nur neun der zehn Segmente abgelaufen haben:

Beim lockeren Bergablaufen in Richtung Panoramaweg trafen wir zunächst noch Felix Junk, der die Bestzeiten an Herz- und Lindenberg gesetzt hatte. Dann nahmen wir Anlauf zum Finale, und waren wohl hinab zu schnell, denn am Abzweig zum Panoramaweg flogen wir vorbei und landeten an der Bundesstraße. Dort kehrten wir nicht schnell genug um, weil wir immer mal wieder auf dem Segment angezeigt wurden – und bei <3 Minuten pro Kilometer lässt sich auch nur schwer konzentriert aufs Handy schauen. Geschenkt, den Abzweig erwische ich dann beim nächsten Mal und habe sowieso schon Lust auf eine dritte Tour!

Die TVTC war eine hervorragende Idee!