Auf die Platte, fertig, los! Der Berglauf auf den Neroberg

Familientag auf dem Neroberg – Berglauf inklusive

Das war knapp. Gerade noch rechtzeitig bogen wir auf den Parkplatz am Neroberg ein. Um 13:17 Uhr stellte ich den Motor aus, um 13:30 Uhr würde mein Lauf gestartet werden. So kurzfristig war ich noch nie zu einem Wettkampf angereist, selbst damals nicht, als wir 2012 auf dem Weg zum Frankfurter Halbmarathon so sehr mit Sarah ins Gespräch vertieft waren, dass wir erst viel zu spät merkten, dass wir auf der Bundesstraße in die falsche Richtung fuhren. Nun, damals steigerte ich meine Bestzeit um ganze dreieinhalb Minuten auf 1h12’36. Ein wenig Vorwettkampfstress muss also nicht unbedingt schlecht sein. Etwas entspannter wünsche ich es mir beim nächsten Mal aber dennoch wieder.

Zum Glück ist beim Berglauf „Auf die Platte“ alles top organisiert und dadurch ziemlich entspannt. Ich bekam im Start- und Zielbereich nicht nur sofort meine Startnummer, sondern außerdem von Orgachefin Kerstin noch Hinweise zur Strecke. Ich war zwar bereits im Jahr 2019 einmal auf die Platte gelaufen, damals wurde allerdings noch unterhalb des Nerobergs gestartet. Mittlerweile ist alles auf dem Neroberg gebündelt. Gleich geblieben ist der Schlussanstieg: auf den letzten 900 Metern geht es parallel zur Nerobergbahn hinauf zur Platte.

Der Classic-Lauf

Start auf dem Neroberg
Am Start mit Tim (vorne) und Horatius (hinten). Bild: Beccy

2019 war ich die lange Strecke gelaufen (24 km, jetzt 27 km), die mittlerweile sogar Qualifikationspunkte für den UTMB gibt. Die mittlere Strecke geht über 15 Kilometer. Beides war mir für die aktuelle Form zu lang. Deshalb hatte ich für die sogenannte Classic-Variante über 9,2 Kilometer gemeldet. Für die wenigen verbleibenden Minuten traf ich zum Einlaufen Tim (Brähler), für den das Terrain wie geschaffen sein sollte. Seit dem Frankfurt Marathon hatte er aber mehr oder weniger aussetzen müssen. Auch am Start war Eva Buchholz, die gleich für gute Stimmung sorgte. Schon konnte es also losgehen.

Nach einem leicht abschüssigen Stück und einer kaum spürbaren Gegensteigung ging es steil hinab an den Schwarzbach und angrenzenden parkähnlichen Ausbau. Schon dieses Stück war mir eigentlich zu steil, sodass ich zwei Mal deutlich heftiger abbremste, als mir lieb war. Dennoch blieb ich an Horatius, meinem Mitläufer in schwarzem Trikot dran, während Tim bereits abreißen ließ. Bergab! Er ist also wirklich noch nicht fit.

Nach der Rechtskurve am Fuß des Bergabstücks ging es endlich flach bzw. leicht bergan weiter. Den ersten Kilometer waren wir in 3’13 gelaufen, jetzt kamen wir in angenehmere Bereiche. Bis etwa zur Streckenhälfte würde es jetzt bergan gehen.

Bergan ist nur die halbe Miete

Obwohl ich beim Einlaufen noch recht schwere Beine gehabt hatte, ging es jetzt erstaunlich gut. So wie letzte Woche. Auf mal mehr, mal weniger steilen, breiten Waldwegen schlängelten wir uns bergan. Immer wieder standen Helfende und Zuschauer am Streckenrand, was mich sehr freute. Das Wetter war aber auch herrlich frühlingshaft. Und was gibt es schöneres, als bei bestem Frühlingswetter schnell zu laufen? Fast nichts.

Auf den letzten Metern. Bild: Svenja

Also testete ich auf der langen Steigung immer mal wieder, wie gut Horatius mitkam. Das Ergebnis: Mal besser, mal schlechter. Aber abschütteln ließ er sich lange nicht. Beide Kilometer bergan liefen wir in etwa 4:30 min, mal versetzt, mal nebeneinander.

Irgendwann beschloss ich, nicht weiter zu attackieren, sondern das Bergabstück abzuwarten. Doch kaum war dieser Entschluss gefasst, ging tatsächlich doch noch die Lücke auf. Also blieb ich weiter drauf und ging in Führung liegend auf die zweite Streckenhälfte.

In der Folge lief es allerdings nicht mehr ganz so flüssig. Viel schneller als 3:30 min pro Kilometer wollten sich an diesem Tag nicht laufen lassen, auch als Horatius heran- und vorbeigeflogen kam. Genau so war es mir schon mal mit Cedric am Melibokus gegangen – nur umgekehrt. Diesmal wurde ich stehengelassen, während es noch weitere drei Kilometer bergab gehen würde.

Der Schlussanstieg zum Neroberg

Auf diesen drei Kilometern lief Horatius sogar außer Sichtweite. Das Gute daran: am Schlussanstieg ging es nicht mehr um alles. Denn dieser hat es definitiv in sich! Während immer noch eine weitere Kurve wartet, obwohl es doch längst die letzte hätte sein müssen, klang zwischenzeitlich die Idee, ein paar Schritte zu wandern, gar nicht schlecht. Doch ich konnte durchziehen. Und irgendwann war dann auch die Kuppe erreicht.

Im Ziel bekommt jeder eine Tafel Schokolade

Auf einem soliden zweiten Platz lief ich nach 35:39 Minuten ein.

Nach kurzer Erholungspause mit etwas Wasser und liebevoll geschnittenen Apfelscheiben feuerten wir die anderen an, die nach uns das Ziel erreichten. Als auch Johannes als Dritter der 15 Kilometer eingelaufen war, holte ich beim kurzen Auslaufen unseren Picknickkorb. Denn dafür waren wir hauptsächlich gekommen: um auf dem Spielplatz auf dem Neroberg das tolle Frühlingswetter zu genießen. Verabredet waren wir nur zu acht; neben den unsrigen waren aber noch erstaunlich viele andere Läuferkinder vor Ort. So wurde der Berglauf zu einem richtig schönen Familientag hoch oben über Wiesbaden.

Der Überblick
Datum: Sa, 07. März 2026
Ort: Wiesbaden, Deutschland
Wettkampf: Berglauf auf die Platte
Distanz: 9,2 km, 190 hm
Zeit: 35:39 min
Platz: 2.
Crew: Svenja, Jesper und Elva, Lichts
Schuhe: Adidas Adizero Evo SL
Ernährung: –

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