Sololauf mit Streckenrekord

IMG_7369Ich erinnere mich noch vage an Ostermontage, an denen wir als Buben mit unserer Mutter durchs Sommerfeld bis zum Wegkreuz spazierten, um meinen Papa beim Osterlauf anzufeuern. Es gibt sogar noch Videos, wie unser Vater an uns vorbei läuft.
Jahre später, als ich selber mit dem Laufen angefangen hatte, sah ich auf meinen Trainingsrunden an den Tagen nach Ostern die Markierungen auf den Wegen. Selbst mitzulaufen passte aber meist nicht, mal waren wir über Ostern im Trainingslager, mal im Skiurlaub. Und wenn wir zu Hause blieben, wählte ich natürlich immer den 10er. Mein erster Lauf unter 40 Minuten war exakt hier, in Jügesheim.

Im letzten Jahr wurden dann Prämien ausgelobt, und weil die Streckenführung verändert wurde, waren die Rekorde in greifbarer Nähe. Also stand fest: im nächsten Jahr laufe ich den Osterlauf in Jügesheim. Und dieses Mal endlich den Langen!

IMG_7288Gesagt, getan. Insbesondere auch deshalb, weil ich mich nach dem Berliner Halbmarathon gut erholte und es die Beine nach einer Woche voll Ruhetage und lockerer Dauerläufe wieder juckte. Es wurde wieder Zeit für schnelleres Tempo!

Nach der „historischen“ Bedeutung und unter der Annahme, dass die Form derzeit hervorragend, dazu der Jackpot auf der 25-km-Distanz am höchsten und die zu unterbietende Zeit dort „einfacher“ als über die 10 km zu schaffen ist, wählte ich also den langen Kanten. Der Start würde um 10 Uhr, eine halbe Stunde vor den 10ern, sein, ich kenne die Runde, die zwei Mal zu durchlaufen sein wird, in- und auswendig, das Wetter war hervorragend vorhergesagt – einem neuen Rekord stand also nichts im Wege.

IMG_7161Voller Selbstbewusstsein lief ich dann auch los. Auf den ersten hundert Metern schnaufte es noch rechts hinter mir, dann war ich allein mit dem Führungsfahrer Hermann unterwegs. Nach drei Kilometern tauschten wir uns kurz aus. Weil ich die Strecke gut kenne, konnte er immer wieder anhalten und sich kurz mit den Streckenposten unterhalten. Erst auf der zweiten Runde musste er dann den Weg freiklingeln, als ich immer mehr 10er einholte.

Nach einem recht schnellen ersten Kilometer von 3:24 min war logischerweise auch der erste Abschnitt mit 17:34 min recht zügig. Danach pendelte ich mich um die 17:45 min für die Abschnitte ein. Es lief gut, 25 km sind aber doch recht lang. Insbesondere für den Kopf ist der Abstand zum Halbmarathon länger als die knapp vier Kilometer.

IMG_7375Aber zum einen konnte ich mir immer wieder neue Zwischenziele setzen, zum anderen gab es immer wieder Anfeuerungsrufe von außen. Die meisten kenne ich ja nach gut zehn Jahren im Laufzirkus. Außerdem waren meine Eltern an der Strecke und machten Fotos. Und mit einem Lächeln auf dem Gesicht läuft es sich bekanntlich leichter. Für die letzten fünf Kilometer half dann noch ein Stück Traubenzucker, sodass ich nach 1h28’23 über einen neuen Streckenrekord jubeln konnte. 2’10 war ich schneller als die bisherige Rekordmarke. Die Form aus Berlin konnte ich also gut konservieren!
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