Stoppomat

Der Stoppomat am großen Feldberg – mein erstes Radrennen

Es ist Juli, Tour de France – die obendrein noch in Düsseldorf gestartet wurde – und das Radfahrfieber im Hause Heidl dementsprechend groß. Lange Radausfahrten lassen sich auch gut mit der langsam aber sicher immer intensiver werdenden Marathonvorbereitung verbinden. An den Sonntagmorgenden bin ich derzeit meist mit Thomas auf dem Rad unterwegs. Und heute rief der Stoppomat am großen Feldberg.

Ich wollte schon immer mal an einem Zeitfahren teilnehmen. Ein richtiges Rennen kommt nicht infrage, mit den dichten Abständen in alle Himmelsrichtungen würde ich nicht klarkommen. Und wegen des Materials musste ein Bergzeitfahren her, denn eine Zeitfahrmaschine habe ich nicht.

Perfekt geeignet war also der Stoppomat. Das sind Automaten, die an ganz verschiedenen Stellen in Deutschland stehen – immer im Doppelpack, nämlich einer unten, einer oben. So auch am großen Feldberg. Am Parkplatz Hohemark nimmt man sich eine Teilnahmekarte (kostenlos!), trägt seine Daten ein und stempelt. Dann wird auf den Gipfel geradelt und wieder gestempelt. Die Karte wird dann eingeworfen und vom Stoppomat-Team bearbeitet. Alle Zeiten tauchen dann in einer online-Bestenliste auf.

Da jeder für sich selbst fährt und ein Start jederzeit möglich ist, war das eine sehr unkomplizierte Möglichkeit, sich einmal beim Bergzeitfahren zu probieren. Neben Thomas waren heute außerdem noch mein Bruder und Martin mit dabei.

Vorher

Schon relativ früh fuhren wir los, um am Feldberg dann möglichst wenig Autoverkehr zu haben. Um acht Uhr trafen wir uns in Frankfurt Niederrad. Dann ging es am Main entlang nach Höchst und von dort in den Taunus: schon ab Bad Soden und auf dem Weg nach Oberursel war es sehr wellig. Bis zum Startpunkt des Stoppomat waren die ersten 45 Tageskilometer in den Beinen.

Und dann ging es los. Das Konzept der Zeitnahme war schnell verstanden. Zeitnahmekarte ausfüllen, dann Stempeln und ab aufs Rad. Leider ist der Standpunkt des Startautomaten nicht gerade ideal: zuerst muss man eine Straße überqueren, dann durch einen Kreisel, erst dann beginnt der Anstieg.

Die Stempelkarte

Genau in diesem Kreisel war auch direkt Chaos, als wir gerade losgefahren waren. Eine Ausfahrt war gesperrt und eine Autofahrerin blieb einfach davor stehen. Dahinter wurde gehupt. Tja, wir wollen mal nicht auf jede Sekunde achten. Irgendwie hindurch.

Auch danach waren die Zeichen nicht nur positiv. Direkt zu Beginn des Anstiegs stand ein Kreuz mit „Markus“ am Straßenrand. Das wurde aber ausgeblendet. Und später sollte sogar noch ein Kreuz mit „Oli“ folgen. Was ein makabrer Zufall!

Von Beginn an fuhr ich mit allem, was ich hatte. Der Puls war von Anfang an auf einem hohen Niveau, im Schnitt am Anstieg über 160. Für mich auf dem Rad, wo ja weniger Bewegung im Körper ist als beim Laufen, weit oben. Auf den Feldberg geht es nicht wirklich steil hinauf, ab und zu kommen auch flache Stellen, an denen man hochschalten muss. Meist aber achtete ich darauf, mit etwa 90 Umdrehungen pro Minute zu treten und nicht zu früh hochzuschalten.

Der Parkplatz an der 180° Rechtskurve markierte den ersten Zwischenpunkt, die Linkskurve zurück dann den zweiten. Hier hatte ich dann einen anderen Radler in weißem Trikot vor mir, der nur wenig langsamer war als ich. Eine gute Motivation. Nach und nach konnte ich mich heransaugen, als ich schließlich vorbeifuhr, ging er mit. Erst an der finalen Rechtskurve, an der es für mich auf den Gipfel ging, trennten sich unsere Wege, als er weiter geradeaus fuhr.

Hier wurde es nochmal steiler. Den ganzen Anstieg über hatte ich versucht, die Geschwindigkeit möglichst weit über 20 km/h zu halten, hier war das nicht mehr möglich. Aber gerade als der Tacho auf 16 km/h fallen wollte, war das Ziel in Sicht. Ein kurzes Stück über Kopfsteinpflaster, dann möglichst elegant vom Rad und Stempeln.

Nachher

34:50 min wurden gestoppt. Das bedeutet aktuell Platz 5 in diesem Jahr und insgesamt noch ein Platz unter den Top 100. Thomas folgte fünf Minuten später, Oli und Martin brauchten eine gute Dreiviertelstunde.

Und weil es leicht nieselte und Wind wehte, machten wir uns möglichst schnell wieder an die Abfahrt. Das nächste Mal an eine Windjacke denken! Mit einem kleinen Umweg kamen noch einmal 62 km zusammen. Ein 119-km-Sonntag und ein schöner Ausflug. Ist doch eine schöne Idee, dieser Stoppomat!

 

3 Kommentare

  1. Wenn du statt zum Feldberg zum Schauinsland gefahren wärest, hättet ihr dort heute ein „echtes“ Zeitfahren machen können. Da war heute nämlich Schauinslandkönig, den ich hinter deinem Artikel hier zunächst vermutet hatte. Aber der Stoppomat klingt auch nach einer schönen „Lösung“!

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