Seit 2018 bin ich glücklicher Pendler. Mit dem Antritt meiner jetzigen Arbeitsstelle konnte ich mein Auto verkaufen und für den Arbeitsweg auf das Rad umsteigen. Ein enormer Zuwachs an Lebensqualität! Es gibt wenig, das ich noch lästiger finde, als Zeit im Auto verbringen zu müssen.
Damals war das Rad noch sauber, mittlerweile hat sich der Schlamm der vom Regen aufgeweichten Waldwege in jede Ritze meines Fahrrads gesetzt. Noch immer genieße ich dennoch meine Fahrten, die nie durch Staus oder lästige Ampeln aufgehalten werden.
Zeit ist ein knappes Gut
Aktuell ist meine Zeit so knapp wie nie. Und dennoch muss irgendwo eine Lücke im Tag gefunden werden, die groß genug für ein kurzes Läufchen ist. Die neue Glücksformel lautet deshalb: zu Fuß zur Arbeit. Die Pendelzeit wird also zum Laufen genutzt.
Einer der Vorteile, bei einem produzierenden Unternehmen zu arbeiten ist nämlich, dass es eine Dusche vor Ort gibt. Alles, was es jetzt noch braucht, ist eine ausgeklügelte Logistik, muss doch montags alles, was es an den ersten beiden Wochentagen im Büro braucht, mit der Packtasche nach Offenbach transportiert werden. Dann kann ich nämlich am Nachmittag mit minimalem Gepäck heim- und am nächsten Morgen wieder ins Büro hinlaufen. Damit sind Montag und Dienstag die Läufe bereits abgehakt.
Das Besondere am Pendeln zu Fuß
Natürlich liegen die offensichtlichen Vorteile des Pendeln zu Fuß auf der Hand. Neben der Zeitersparnis hat man auch beim Laufen keinen Stau und atmet im Wald frische Luft. Dennoch ist es verschieden als auf dem Rad: Wenn man läuft, erlebt man den Weg ganz anders. Die Strecke ist gefühlt länger und die Wegpunkte sind eindrucksvoller. Der Weg ist anstrengender und wenn ich während des Bürotags nicht gut gegessen habe, ist der Hungerast beim Laufen härter als auf dem Rad. Dafür ist der Weg Training und nicht nur Bewegung. Die Gedanken sind freier und der Bewegungsablauf ist natürlicher.
Für mich ist das Laufen die schönste Art des Fortbewegens. Schließlich heißt es nicht umsonst: laufen hilft!
