schwanheimer Pfingstlauf

Dampfsauna beim Schwanheimer Pfingstlauf

Im Endeffekt ist es immer eine Einstellungssache. Ob bei idealen oder widrigen Bedingungen, in Topform oder weit entfernt davon, gute Rennen gehen immer nur mit der richtigen Einstellung. Zwar wollte ich heute, beim Schwanheimer Pfingstlauf, ein gutes Rennen zeigen, die Bedingungen waren aber alles andere als ideal. Dass die Strecke nicht schnell ist, war bekannt. Hinzu kamen heute aber schon tropische Bedingungen.

Normalerweise wird Pfingsten, weil recht mittig im Jahr gelegen, bereits mit Sonne und warmen Temperaturen assoziiert. In diesem Jahr sahen die Prognosen allerdings nicht besonders rosig aus: zwar mit etwa 24 °C recht warm, aber Gewitter ab 14 Uhr bis in die Nacht. Während mancher sogar unkte, der Lauf müsse wegen heftiger Gewitter eventuell abgesagt werden, sah es vor Ort gar nicht mal schlecht aus, nur vereinzelt gab es Regentropfen. Der erste große Guss war bereits durch, der nächste würde erst in der Nacht kommen. Vom Rekordniederschlag mit 27,4 mm im Jahr 1992 war man zwar weit entfernt, dennoch war die Luftfeuchtigkeit sehr hoch und sorgte am Start für beschlagene Brillen. Insbesondere im Wald war die Feuchtigkeit dann fast mit Händen zu greifen.

Meine Beine waren zwar eigentlich gut – am Donnerstag, Freitag und mit dem Auftakt am Morgen hatte ich für gute Muskelspannung gesorgt – dennoch kam ich quasi nicht vom Fleck. Man lief wie gegen eine Wand. Trotzdem: Laufen ist wie gesagt immer eine Einstellungssache. Und ich war nicht gewillt, schon so früh das Handtuch zu werfen. Als nach der ersten Linkskurve, bei der ersten „Steigung“ die beiden Erfurter Christoph Weigel und Thomas Hegenbart an mir vorbeiliefen, ging ich mit.

Schnell war klar, dass Christoph Thomas als Pacemaker zog. Er schaute sich immer wieder um, griff bei den Wasserstellen nach einem Becher und reichte ihn weiter, motivierte mit Worten. Obwohl das Tempo alles andere als schnell war, entstand immer wieder eine Lücke, die ich aber auch immer wieder schließen konnte. Wille war gefragt!

Nach den ersten fünf Kilometern (17’54) lief es dann etwas besser. Bei der zweiten Steigung zu km 7 konnte ich an Thomas vorbeigehen und hoffte, dass ich damit auch Christoph würde loswerden können. Bzgl. Mainlaufcup ist jeder Platz Punkte wert. Christoph aber ließ mich nicht laufen sondern zog seinerseits immer mehr an. Schließlich hatten wir alle Ecken und Kanten der Strecke hinter uns und km 8 erreicht, jetzt folgte nur noch ein schnurgerader Waldweg bis ins Stadion. Es wurde aber nochmals hart, gefühlt stand ich wieder. Als ich aber vor mir einen riesigen Hirschkäfer ausmachte, wusste ich, dass zumindest die Aufmerksamkeit noch vorhanden war. Thomas würde ich nicht wieder herankommen lassen!

Nach 35:37 min war ich schließlich als Fünfter im Ziel. Klar wäre ich gerne schneller gewesen, mehr war heute aber einfach nicht möglich. Immerhin die Einstellung hatte gepasst – und im Endeffekt ist die Zeit auch nebensächlich.

Svenja erging es ähnlich. Die erste Hälfte war so zäh, dass sie am liebsten ausgestiegen wäre. Danach ging es besser und natürlich lief auch sie ins Ziel. Sonst wären auch die ganzen Freigetränke nicht verdient gewesen!

Genauso wie Laufen Einstellungssache ist, ist es auch immer Ansichtssache. Und wenn man so will sind 10 € Eintritt für eine Dampfsauna doch ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Wir sehen dann im nächsten Jahr, was der Schwanheimer Pfingstlauf für uns bereithält. Hoffentlich wieder weniger als gefühlte 200 % Luftfeuchtigkeit.

 

Der Überblick:
Datum: Sa, 03. Juni 2017
Ort: Frankfurt Schwanheim, Deutschland
Wettkampf: Schwanheimer Pfingstlauf
Distanz: 10 km
Zeit: 35:37 min
Platz: 5.
Crew: Svenja und meine Eltern
Schuhe: Skechers GoRun 4
Ernährung: –
Fotos: Papa

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