Es wurde endlich wieder Zeit für einen richtigen LaufReport. Durch meine Kolumne „Pro & Kontra“ bin ich zwar weiterhin LaufReporter geblieben, eine Laufreportage hatte es aber bereits viel zu lange nicht mehr gegeben. Umso besser, dass Svenja laufend wieder einsteigen will und deshalb nach dem Steinberger Volkslauf vorgeschlagen hatte, uns beide für die Jügesheimer Winterlaufserie anzumelden: Sie über die 5 km, mich über die 10 km. So würden wir beide laufen können und hätten gleichzeitig keine Herausforderung mit der Kinderbetreuung.
Goldener Oktober im November
Obwohl das Laufwetter mit goldenen Herbsttagen zuletzt nicht besser hätte sein können, waren unsere Voraussetzungen für den ersten Lauf der Serie nicht optimal. Ich musste mich noch vom Frankfurt Marathon erholen, Svenja wollte ihre Erkältung einfach nicht loswerden. Die Erwartungen waren dementsprechend nicht hoch. Dennoch freuten wir uns sehr auf den Lauf: Endlich waren wir wieder mitten im Laufzirkus, und das als komplettes Team Heidl. Jesper und Elva verhielten sich auch vorbildlich, sodass es problemlos möglich war, für den LaufReport Bilder zu machen. Da war die traditionelle Winterlaufserienwaffel mehr als verdient!

Svenja auf den 5 km
Das Wettkampfcomeback in Dietzenbach war für Svenja sehr gut gelaufen. Dort hatte sie die 30 Minuten geknackt. 29:11 min würden als Ziel für den Auftakt in Jügesheim wohl aber zu hoch angesetzt sein, denn von Lauftraining hatte man in den letzten Wochen nicht sprechen können.
Doch die Waldwege waren in perfektem Zustand und die Tagesform offensichtlich hervorragend. Gut gelaunt kam Svenja deshalb früher als erwartet in Richtung Stadion zurück. Lautstark von Jesper und mir angefeuert konnte sie gar nicht anders, als bereits nach 28’55 ins Ziel zu laufen. Das war sehr gut!
Markus auf den 10 km
Weil meine Dauerläufe seit dem Marathon vor knapp zwei Wochen langsamer als gewohnt waren und ich erst am Mittwoch wieder in meinen gewohnten Wochenrhythmus mit einem Fahrtspiel eingestiegen war, wollte ich meinen Auftakt der Winterlaufserie als Tempodauerlauf nutzen. Dementsprechend hatte ich kein Carbon an den Füßen und war mit Langarmshirt und Stirnband wärmer angezogen, als ich es bei einem ambitionierten Wettkampf gemacht hätte. Eine Zielzeit von etwa 38 Minuten hatte ich mir als realistische Zielsetzung gesetzt. Es soll in diesem Winter das Ziel sein, mich bei der Winterlaufserie von Lauf zu Lauf zu steigern.
Wie schon beim Marathon genoß ich die Atmosphäre im Stadion sehr. Dennoch ließ ich mich von der Euphorie, die der Startschuss auslöste, nicht mitreißen. Der erste Kilometer lag mit 3’46 sehr gut im Fahrplan.
Dass eine Startnummer auf der Brust einen gehörigen Unterschied macht, merkte ich einmal mehr in den darauf folgenden Kilometern. Die gefühlte Anstrengung lag im angestrebten Bereich, wir liefen aber mit 3’41-43 etwas schneller. Wir, das waren mein Vereinskamerad Francisco und ein heftig atmender Dritter, der sich in unseren Windschatten gehängt hatte.
Eine historische Zwischenzeit
Weil ich mich weiterhin gut fühlte, wollte ich auf der zweiten Rennhälfte versuchen, den vor uns Laufenden einzuholen. Nach 18:33 min war die Lücke etwa zehn Sekunden groß. Zunächst schien ich aber nicht näher zu kommen, ich wurde lediglich zum Einzelkämpfer, weil meine Begleiter abreißen lassen mussten.
Irritiert darüber, dass Raphael – so hieß mein Fixpunkt – ein Trikot vom „Saucony Race Team“ trug, aber in Schuhen von New Balance unterwegs war, hatte ich etwas zum Schmunzeln und musste mich nicht allzu sehr mit dem inneren Schweinhund auseinandersetzen. Fast hätte ich Raphael bereits bei Kilometer sieben eingeholt, wo er allerdings noch einmal beschleunigte. Einen knappen Kilometer später lief ich dann vorbei. Die Splits auf der langen Geraden waren mit 3’40-45 immer noch sehr konstant.
Bei Kilometer neun zeigte meine Uhr schließlich 33:24 Minuten. Es würde also schwer werden, meine zwischenzeitlich auf 37 Minuten korrigierte Zielzeit zu unterbieten. Aber wie für Svenja lief es auch für mich an diesem Tag gut, sodass der letzte Kilometer mit 3’34 schneller war, als gedacht. Gleichzeitig war der Lauf damit für mich historisch: Ich kann mich nicht daran erinnern, jemals einen 10-km-Wettkampf (oder auch Tempodauerlauf) gelaufen zu sein, bei dem der erste Kilometer der langsamste war.
So war es nicht nur vom Wetter her in diesem November bisher ein schöner goldener Oktober. Jetzt heißt es für uns als Team Heidl fleißig zu trainieren, sodass wir beim nächsten Durchgang deutlich schneller sein können. Dann vielleicht auch wieder mit Carbon.
Der Überblick
Datum: Sa, 7. November 2026
Ort: Rodgau-Jügesheim, Deutschland
Wettkampf: Durchgang 1 der Winterlaufserie
Distanz Svenja: 5 km
Zeit: 28:55 min
Platz: 28.
Distanz Markus: 10 km
Zeit: 36:59 min
Platz: 21.
Fotos: Svenja und Markus

