Teamwork makes the dreamwork

Teamwork makes the dreamwork

Bei einem 10-km-Lauf ist nach den ersten sechs Kilometern schon viel entschieden. Man weiß schon, wie die Tagesform ist, wie sich die Strecke laufen lässt, kennt die Durchgangszeiten – insbesondere nach der Hälfte – und hat trotzdem noch alles in der Hand: durchziehen und ein gutes Rennen abliefern oder innerlich herausnehmen und den Wettkampf abschreiben? Gerade in Jügesheim, wo es ab dem sechsten Kilometer quasi nur noch geradeaus geht, kann der verbleibende Abschnitt lang werden. Da ist es gut, wenn man nicht alleine laufen muss: Jetzt ist Teamwork angesagt!

 

Teamwork wie im Training

Für mich war heute ein guter Tag. Nach der Erkältung vergangene Woche und vier unfreiwilligen Ruhetagen war die Kraft schnell wieder da und auch die Spannung in den Beinen wieder gut. Schon beim Einlaufen federten die Beine, das Gefühl passte also. Dazu war das Wetter mit 5 °C und leichter Bewölkung perfekt und das Feld – wie eigentlich immer im Februar in Jügesheim – dicht.

Ziel war es heute, das gute Training dieses Jahres im Wettkampf umzusetzen und außerdem meinem Trainingspartner Philipp, mit dem ich dienstags immer sehr gut laufen kann, zu einer neuen persönlichen Bestzeit zu verhelfen. Unglaublicherweise war er mit seinen langen, schnellen Beinen noch nie schneller gewesen als 34:29 min beim Silvesterlauf. Da musste einiges mehr möglich sein, insbesondere, wenn man sich gegenseitig antreibt: Teamwork makes the dreamwork!

 

Auf geht’s!

Pünktlich zum Start um 15 Uhr war der Startbereich voll. 394 Läuferinnen und Läufer würden später ins Ziel kommen. Und vorne ging es gleich mächtig rund: jede Menge Hanau-Rodenbacher im bekannten, weißen Trikot und ein paar wenige andere stürmten nach 300 m aus dem Stadion hinaus. Nach 3’19 für den ersten Kilometer, was sich heute erfreulicherweise recht langsam anfühlte, hatte ich eine gute Gruppe gefunden. Und direkt hinter mir: Philipp.

Immer wieder lief ich nach vorne, um Druck zu machen und das Tempo hochzuhalten, wurde immer wieder aber auch abgelöst. Nach etwa drei Kilometern wurde es wegen Waldarbeiten recht rutschig, dann ließ es sich aber wieder gut laufen. Zu wie vielt wir genau in der Gruppe liefen, weiß ich nicht genau, immer wieder bekam ich aber einen Tritt in die Hacke, worauf ich seit dem letzten Frankfurt Marathon recht allergisch reagiere. Kurzzeitig fragte ich mich, wo es sich wohl angenehmer stürzt: auf der Straße vor der Konstabler Wache oder auf Schotterwegen? Klare Antwort: gar nicht! Und zum Glück war es heute nur unangenehm, es passierte nichts weiter.

Dann eine der wenigen Linkskurven – mittlerweile war Jannik nach vorne gelaufen – dann war die Rennhälfte erreicht: 16’55. Zwar schneller als im Januar, um unter 34 Minuten zu bleiben, würden wir uns aber strecken müssen! Die zweite Hälfte durfte eigentlich nicht langsamer werden, was immer wieder ein Kunststück ist, wenn es denn mal klappt. Und während Jannik beschleunigte, um seine beiden vor uns laufenden Vereinskollegen zu stellen, musste ich eine Lücke reißen lassen. Womit wir wieder beim Anfang dieser Geschichte – bei km 6 – angelangt sind.

 

Teamwork auf der Zielgeraden

Wie war der Status zu einem Zeitpunkt im Rennen, wo die Weichen auf Sieg oder Niederlage gestellt werden? Da war auf der einen Seite ein vielversprechender Rennbeginn mit einer Durchgangszeit von 16’55, dann aber mussten wir Jannik ziehen lassen. Da war etwas Muskelkater im Hintern vom Krafttraining am Donnerstag, dann aber auch Fabian, zu dem wir langsam aber sicher aufschlossen. Und dann war da natürlich noch Philipp, der auf Bestzeitkurs war.

Mit Philipp im Schlepptau kurz vor dem Ziel

So gab es eigentlich nur eine wählbare Option: weiter drücken, so schnell es eben geht! Immer geradeaus bis zum Licht am Ende des Tunnels. Am Ende der Geraden wartete das Stadion und damit das Ziel auf uns.

Bald hatten wir endlich Fabian eingeholt, der zunächst dranbleiben konnte. Der Abstand zu Jannik blieb derweil konstant. Sieben Kilometer waren geschafft, dann acht. Jetzt endlich ging auch Philipp mal nach vorne. Das machte es für mich einfacher: nicht denken, sondern einfach nur dranbleiben. Wie dienstags beim Tempotraining.

Schließlich kam die letzte kleine Welle und damit der letzte Kilometer in Sicht. Jetzt noch ein letztes Mal beschleunigen und hoffen, dass die Zeit möglichst weit unter 31 Minuten war. Das war sie: nach etwa 30:30 min waren neun Kilometer absolviert, was ziemlich sicher eine Zeit unter 34 Minuten bedeutete. Auf geht’s Philipp!

Ich stürmte vorweg, Philipp blieb direkt hinter mir. Jannik vor uns auf Abstand, hinter uns Fabian, der jetzt doch hatte abreißen lassen müssen. Die letzte Rechtskurve, dann links ins Stadion und Endspurt auf der Bahn. Nach 33’52 war ich im Ziel, direkt eine Sekunde dahinter auch Philipp – Glückwunsch zur Bestzeit! Auch für mich war es ein gutes Rennen, bedeutete die Zeit doch, das beide Hälften fast gleich schnell waren! Darauf lässt sich zum einen weiter aufbauen, zum anderen war es ein kleines Jubiläum: es war mein 20. Rennen, bei dem ich unter 34 Minuten bleiben konnte!

Der Überblick
Datum: Sa, 03. Februar 2018
Ort: Jügesheim, Deutschland
Wettkampf: Winterlaufserie
Distanz: 10 km
Zeit: 33:52 min
Platz: 9.
Crew: –
Schuhe: Nike Lunarracer
Ernährung: –
Fotos: Thomas Guthmann

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