Bereit für einen Crosslauf? Die Geschichte des diesjährigen Suppenschüsselcross erzählt von Grenzen und Fleiß.

Von Grenzen und Fleiß

Ohne Fleiß kein Preis. Ein Sprichwort, dass vor allem im Ausdauersport gilt. Ist auch jemand noch so talentiert, er oder sie wird ohne Training keine Chance haben gegen den, der Tag für Tag voll Fleiß an seiner Kondition arbeitet. Um immer am Ball zu bleiben braucht es immer wieder Impulse, die den aktuellen Formstand aufzeigen. Ein solcher Impuls war in diesem Jahr der Suppenschüsselcross für mich: zurück zu alter Stärke liegt noch einiges an Arbeit vor mir.

Der Suppenschüsselcross

Crosssprint
Beim Crosssprint

Der Suppenschüsselcross ist eine tolle Veranstaltung im Offenbacher Leonhard-Eißnert-Park. Wo zu warmen Jahreszeiten vor allem der Kletterpark und die Wasserspiele genutzt werden, wird bereits zum 11. Mal einer der anspruchsvollsten Crossläufe ausgetragen. Obwohl es sich bei der Suppenschüssel „bloß“ um eine Mulde mit einer Breite von 100 m, einer Tiefe von 40 m und einem Höhenunterschied von ca. 5 m handelt, sind die Steigungen und 180 Grad Kehren darin anspruchsvoll und kraftzehrend. Insgesamt kann ein Crosslauf kaum idealer sein als mit den Hinternissen, den Richtungswechseln, den natürlichen Steigungen, den engen Wurzelpassagen und den breiten Wiesenabschnitten in Offenbach.

Ich komme schon seit einigen Jahren gerne für den Saisonauftakt in den Leonhard-Eißnert-Park. Mein bestes Rennen zeigte ich dort 2016, 2018 führten Martin und ich dort unser Sprint-Duell ein. Und als wir besagtes Duell im letzten Jahr in die Halle verlegten, wäre ich im Nachhinein lieber in der Suppenschüssel gelaufen. Es stand also fest: 2020 laufe ich wieder beim Suppenschüsselcross!

Der Sprintcross

Doch welche Strecke(n)? Obwohl Martin dieses Jahr noch im Urlaub weilte und so unser Sprint-Duell nicht stattfinden würde, wollte ich dennoch beim Sprint antreten, um den Reiz zu setzen. Schnelles Laufen tut den noch nicht allzu fitten Beinen gut, insbesondere, weil ich mich 2020 wieder auf die kürzeren Strecken konzentrieren will.

Auf der Mittelstrecke
Auf der Mittelstrecke

Also hieß es um Punkt 12 Uhr – nach einem umfänglichen Aufwärmen, um gleich von Beginn an voll wach und startbereit zu sein – Vollgas! Dieses Vollgas war allerdings zum einen kein voller Sprint, zum anderen schon nach ca. 200 m vorbei. Das hohe Tempo bin ich nicht mehr gewohnt. Ich merkte bereits auf dieser kurzen Strecke, wie sehr die Spritzigkeit einer sehr guten Form noch fehlt.

Dennoch war das Tempo natürlich nicht langsam und machte Spaß. Wann rennt man schon einmal so schnell man kann mit anderen über eine Wiese, springt über Heuballen, versucht tiefhängenden Ästen auszuweichen und dennoch die Ideallinie zu treffen? Ich versuchte, den Kontakt zu Martin (Dröll), der sich in starker Verfassung präsentierte (mehr dazu im LaufReport), zu halten und mich gleichzeitig gegenüber den weiteren Verfolgern teuer zu verkaufen.

Suppenschüssel als Pokal
Für den Zweiten gibt es eine kleine Suppenschüssel

Am Ende reichte es zum zweiten Platz in 2’57 (2018 hatte ich 2’56 gebraucht und jetzt war eine Ecke mehr drin (?)) und ich war so richtig außer Atem. Genau so soll es sein!

Eine Stunde blieb dann bis zum Start der Mittelstrecke (kürzer = schneller und im Nachhinein die richtige Entscheidung) und die Beine zu durchbluten, um möglichst frisch an der nächsten Startlinie zu stehen.

Die Mittelstrecke

Hinaus aus der Suppenschüssel
Hinaus aus der Suppenschüssel

Im Mittelstreckenrennen bestätigte sich dann die Tendenz des Sprintrennens. Es ist noch einiges an Fleiß nötig, um zur alten Form zurückzukommen. Schon früh ließ ich die Spitzengruppe ziehen, insbesondere in der Suppenschüssel tat ich mir schwer. Bergab vertraute ich den Spikes nicht so richtig, sodass ich Geschwindigkeit verschenkte, bergauf tat ich mir schwer.

Von Tim getrieben, der mich in der letzten Runde schließlich mit einem beherzten Zwischenspurt stehen ließ, konnte ich aber zumindest auf den Flachstücken Tempo aufnehmen. Zwei der ursprünglich sechsköpfigen Spitzengruppe konnten wir uns noch schnappen. Nur über die Heuballen stellte ich mich nicht allzu geschickt an. Schließlich war ich nach 15’24 als Sechster im Ziel.

Weil Fleiß zählt

Der Form und der Sonne entgegen
Der Form und der Sonne entgegen

Darauf gilt es nun aufzubauen. Aber das ist ja das tolle am Laufen: dass ehrlicher Fleiß zählt. In ein paar Wochen sieht es in Sachen Fitness sicher schon wieder anders aus. Motiviert bin ich, 2020 kann losgehen!

Der Überblick
Datum: Sa, 11. Januar 2020
Ort: Offenbach am Main, Deutschland
Wettkampf: Suppenschüsselcross
Distanz: ca. 800 m und 4000 m
Zeit: 2:57 min und 15:24 min
Platz: 2. und 6.
Crew: Svenja und meine Eltern
Schuhe: Brooks Spikes
Ernährung: –
Fotos: Svenja & Papa

Im Offenbacher Busch
Im Offenbacher Busch