Auf dem Rückweg

5 km Beintest in Jügesheim

Wie ist die Form? Das ist derzeit die Frage aller Fragen. Denn ich habe nach dem Marathon länger Pause gemacht als üblich. Zwar dachte ich, durch Radintervalle wieder schneller in Form zu kommen, so richtig läuft es im Training allerdings noch nicht. Nur die Dauerläufe sind schon auf einem guten Niveau, im Tempotraining ist die gefühlte Anstrengung noch relativ weit vom gewünschten Tempo entfernt. Aber wie weit genau? Das lässt sich nur mit einem Wettkampf herausfinden!

Noch beim Suppenschüsselcross, meinem ersten Wettkampf der neuen Saison, bekam ich von den vielen Rhythmuswechseln aufgezeigt, dass die Spritzigkeit fehlt. Seitdem wurde nicht mehr nur nach Gefühl trainiert, sondern wieder zielgerichtet und mit Plan. Die Marschroute: neue 10-km-Bestzeit im Frühling! Neben den Intervallen, über deren Qualität ich mir nicht sicher bin, helfen mir derzeit vor allem die Brückensprints. Diese schnellen Impulse brauche ich derzeit.

Zeit, die Beine zu testen

Wo ich genau stehe, sollte bei der Jügesheimer Winterlaufserie getestet werden. Die 5 km schienen dafür zum jetzigen Zeitpunkt angemessener, für 10 km braucht es gefühlt noch etwas Zeit. Schaffe ich es schon unter 17 Minuten? Das war beim Parkrun immer der Gradmesser.

Das Problem dabei: das Wetter! Denn die Jügesheimer Winterlaufserie ist in diesem Jahr sehr windanfällig, weil die Strecke über die freien Felder geht. Die Sturmschäden im Wald, die seit August 2019 noch nicht behoben sind (danke an dieser Stelle für die Priorisierung und die Unterstützung bei „mit dem Rad zur Arbeit„), verhindern ein Laufen auf der Originalstrecke. Und genau ab Mittag dieses ersten Samstags im Februar war es sehr windig und regnete stark. Immerhin – der Wind würde uns auf der ersten Streckenhälfte entgegenblasen und uns dafür auf dem Rückweg treiben. Besser als andersherum. Außerdem war es nicht kalt, 12 Grad hatte es heute (hallo Klimawandel!).

Das Beste daraus machen

Auf dem Rückweg

Nun, ob aussagekräftig oder nicht, einen guten Trainingsreiz würde das Rennen auf jeden Fall geben. Ich wollte auf der ersten Hälfte möglichst Kräfte sparen, um dann mit der Unterstützung des Rückenwinds auf dem Rückweg angreifen.

Das gelang mir gut. Nachdem wir uns nach der ersten Spitzkehre am Ausgang des Stadions sortiert hatten, liefen wir in einer kompakten Gruppe. Teilweise musste ich ordentlich Druck machen, um dranzubleiben, teilweise konnte ich etwas herausnehmen. Das Tempo war mir aber (zumindest relativ) egal, ich wollte nur in der Gruppe bleiben. Schon als ich nach dem ersten Kilometer kurz auf die Uhr schaute (3’21), sah ich meinen schlammbestritzten Unterarm. Ich lief also nah genug an den anderen!

Immer wieder geht es auf der neuen 5-km-Strecke um Kurven, abwechselnd rechts und links. Nach der vorletzten Kurve des Hinwegs war ich plötzlich vorne (in unserer Gruppe, Julian Beuchert war von Beginn an enteilt), früher als ich gewollt hatte. Aber durch Thomas Wittwer bekam ich schnell Unterstützung im Wind.

Mit Druck zurück

Nach der nächsten Kurve war dann bald der Wendepunkt erreicht. Gut, dass ich hier nicht auf die Zwischenzeit schaute, vielleicht hätte sie mich demotiviert, zeigte die Uhr doch bereits 8:35 min. So versuchte ich jetzt den Rückenwind zu nutzen und so schnell wie möglich zurück ins Stadion zu laufen.

Liefen wir auf dem Hinweg noch so schön kompakt in einer 5er-Gruppe, hatte die Tempoverschärfung uns auseinandergezogen. Lediglich Vincent Gröber war noch direkt an mir dran, beteiligte sich in der Folge aber nicht an der Tempoarbeit. Aber wir hatten ja Rückenwind.

Im Eifer des Gefechts störte jetzt auch nichts mehr. Der Wind war egal, durch Pfützen und kleine Äste wurde einfach hindurchgerannt. Bei Kilometer vier schaute ich wieder auf die Uhr: 13:34 min. Unter 17 Minuten musste doch zu machen sein!

Nach der nächsten Kurve ging dann endlich auch Vincent mal nach vorne. Es war der letzte Kilometer, da musste ich dranbleiben. Mit der vorletzten Kurve war ich wieder gleichauf, die nächste Attacke konnte ich aber nicht mitgehen. Im Stadion versuchte ich dann mit dem Schlussspurt doch noch heranzukommen, was er aber nicht zuließ. Immerhin: trotz einigen „geeierten“ Metern in der Spitzkehre reichte es mit 16:51 min deutlich zu unter 17 Minuten.

In Jügesheim, da lauf ich gern

Die vorletzte Kurve

Damit war ich zufrieden. Ich hätte gedacht, schlechter in Form zu sein. Insbesondere bei den Bedingungen war es ein richtig gutes Rennen mit einer deutlich schnelleren zweiten Hälfte (8’35/8’15). Darauf wird jetzt aufgebaut.

Dann ging es noch – mit Matthias und Johannes, die sich für den 10er einliefen – auslaufen, bevor wir uns das zweite Rennen des Tages anschauten und anfeuerten. Denn obwohl die Strecke verlegt werden musste, die Grundeigenschaften der Jügesheimer Winterlaufserie sind gewahrt geblieben: die Strecke ist schnell und offiziell vermessen, das Feld ist stark besetzt, die Organisation einwandfrei und die Waffeln sind unerhört lecker. Davon aßen Svenja und ich jeweils gleich drei. Das hatten wir uns bei dem Regen verdient.

Der Überblick
Datum: Sa, 01. Februar 2020
Ort: Jügesheim, Deutschland
Wettkampf: Winterlaufserie
Distanz: 5 km
Zeit: 16:51 min
Platz: 3.
Crew: Svenja und Johannes
Schuhe: adidas adizero adios Boost 3
Ernährung: –
Fotos: Svenja, Thomas & Papa

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