Beim City-OL mit Spaß und Geschwindigkeiten mitten durch die Innenstadt

City-OL in Frankfurt am Main

In Frankfurt war ich schon zu allen erdenklichen Laufveranstaltungen: Für den Silvesterlauf und den Halbmarathon, für den Marathon, für den Lauf für mehr Zeit, den JPMCC sowie den Nightrun und für hunderte von Bahntrainings in Sachsenhausen genauso wie für den Montagslauftreff. Alles hatte ich damit allerdings noch nicht abgehakt, denn es fehlte selbstverständlich noch ein City-OL.

Mitten durch Frankfurt

Ein City-OL ist wesentlich länger als ein Sprint-OL, wie es in der Ausschreibung extra nochmal erwähnt wurde. Die Offenbacher Ausgabe hatte ich im letzten Jahr verpasst, weshalb ich in Frankfurt umso mehr dabei sein wollte. Denn erst bei einem Orientierungslauf lernt man eine Stadt so richtig kennen: all die Gassen und Hinterhöfe, die versteckten Hofeinfahrten, die Parks und Kirchengärten. Das Vorgehen ist bekannt: Am Start bekommt man eine sehr detaillierte Karte, auf der Posten eingezeichnet sind, die es abzulaufen gilt. Doch waren es deren nicht ca. 20, wie beim Sprint, sondern ganze 38. Und das auf einer Gesamtdistanz von etwa 9 Kilometern.

Start und Ziel waren am Römer, also mitten in der Frankfurter Innenstadt. Just dort, wo Svenja und ich vor nunmehr elf Jahren geheiratet haben. Das Wetter war zwar kalt, aber sonnig, sodass ich das Rad allen anderen Optionen vorzog. So konnte ich auch den herrlichen Bärlauch-Duft am Goetheturm genießen, der so wunderbar an unser Trainingslager in Prien am Chiemsee erinnert.

Die Zeit ist ein Phänomen

Schon 2018 hatte ich ein Pro & Kontra darüber geschrieben, wie lästig ich die Zeitumstellung finde. Nicht, weil man deshalb, wie an diesem Sonntag, früher aufstehen muss, sondern vor allem wegen der Knoten im Kopf, wann man nun wirklich losfahren muss. Die Diskussion ist wieder verebbt, aber bitte lasst uns die Zeitumstellung einfach abschaffen.

Ungeachtet dessen war am Start schon richtig viel los, als ich ankam. Ich lief mich drei Kilometer am Main warm, während derer es zwar viel zu sehen gab, ich aber einmal mehr froh um die schönen Wälder direkt vor meiner Haustür war. Dann nahm ich Kompass, Chip und Postenbeschreibungshalter, schon ging es an den Start.

Beim City-OL durch Frankfurt

Mit dem Selbstbewusstsein des amtierenden Hessenmeisters freute ich mich auf den Lauf. Gleich bei den ersten Posten wurde ich allerdings auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt: Wie so oft brauchte ich einige Zeit, um mich in der Karte einzufinden. Denn gleich zu Beginn ging es Richtung Main durch einige Innenhöfe, in denen ich mit dem Maßstab nicht zurechtkam. Während der Anfangsphase brauchte ich viel Zeit für die Orientierung, während der ich immer wieder genau schauen musste, welchen Durchgang ich genau anlaufen musste und welches Tor offen war. So verlor ich während der ersten vier Posten viel Zeit und hatte erst nach dem zehnten Posten das Gefühl, wirklich im Wettkampf zu sein.

Dann ging es am Main zunächst weiter nach Westen, um ab Posten 15 nach Norden ins Bankenviertel zu führen. Jetzt konnte ich die Posten endlich zügig finden und ins Laufen kommen. Zum 19. Posten wurde leider in einem eigentlich offenen Durchgang geputzt, sodass ich einen Umweg laufen musste; von Posten 21 auf 22 ging es durch die U-Bahn-Station. Cool! 

Verwirrt war ich dann wieder bei Posten 25, als ich nicht genau genug schaute und vor einem verschlossenen Tor stand. Dadurch verlor ich Zeit, genauso wie beim 29. Posten, wo ich um die Kirche falschherum lief. Bei den jetzt weiter auseinanderliegenden Posten hätte ich eigentlich meine Laufstärke ausspielen können, wenn mir nicht solche kleinen Fehler unterlaufen wären. Immerhin blieb ich auf den letzten Posten konzentriert, sodass ich zum Ende hin nochmal Zeit gutmachen konnte.

In den Hinterhöfen von Frankfurt

In Summe war der City-OL eine schöne Erkundungstour durch Frankfurt, die in der Kombination mit der Fahrrad-An- und -Abreise auch eine gute Trainingseinheit war. Ich nehme einmal mehr mit, dass ich am Anfang der Orientierungsläufe die höchste Konzentration brauche, um mich bestmöglich an den Maßstab der Karte anzupassen. Dann wiegen auch spätere kleinere Fehler im späteren Verlauf nicht gar so schwer.

Der Überblick
Datum: So, 29. März 2026
Ort: Frankfurt am Main, Deutschland
Wettkampf: Taunus-Cup, Etappe 3
Sprint: Luftlinie 9 km, 38 Posten
Zeit: 45:17 min
Platz: 4.
Crew: –
Schuhe: Adidas Adizero Evo SL
Ernährung: –

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