Saisonrückblick 2017: rundum ein tolles Laufgefühl

Es ist bereits der sechste Saisonrückblick, den ich auf diesem Blog schreibe. Nach dem Durchbruch 2012 mit tollen neuen Bestzeiten und einem unvergesslichen Jungfrau-Marathon gab es 2013 gleich drei hessische Mannschaftsmeistertitel zu bejubeln. 2014 war bei den großen Rennen immer etwas Pech dabei, was das Folgejahr 2015 dann aber mit neuen Bestzeiten im Halbmarathon und Marathon mehr als wettmachte. 2016 wiederum lief dann nicht so wirklich rund. Aber ich habe aus den Fehlern gelernt und war vor dem großen Herbstmarathon in diesem Jahr richtig gut drauf, mit einem tollen Laufgefühl im Training. Aber von vorne:

 

Der Wiedereinstieg


Foto: Thomas Guthmann

Drei Wochen Laufpause taten nach dem Frankfurt Marathon 2016 wieder einmal gut. Einfach mal die Beine hochlegen, etwas Radeln oder Schwimmen. Um dann voll motiviert und gut erholt neu anzugreifen. Zum Wiedereinstieg gab es zwei tolle Rennen in Goldbach und bei unserem Heusenstamm Cross. Schnell waren die 100 Wochenkilometer wieder erreicht und die Form wieder recht gut. 33’57 zum Jahresstart in Jügesheim waren sehr ordentlich.

Auch der Suppenschüsselcross machte Spaß und die langen Läufe gingen gut von der Hand. Hier schon passte das Laufgefühl. Durch das Videoprojekt „running the distance“ mit Thomas motiviert, wollte ich beim 50er im Rodgau, der im Jahr zuvor auch richtig gut lief, etwas wagen. Doch ich wollte zu viel und musste hintenraus büßen. Den Versuch aber war es wert.

 

Frühjahrshighlights

Nach einer ruhigen Woche wurde das nächste große Ziel anvisiert: der Berliner Halbmarathon. Zunächst noch bei den hessischen Crosslaufmeisterschaften und beim Frühjahrslauf in Groß-Gerau mit müden Beinen, ging es nach und nach immer besser. Besonderen Spaß machte dann wieder der Frankfurter Halbmarathon, den ich als Tempodauerlauf nutzte und dabei die sympathische Profitriathletin Laura Philipp kennenlernen durfte.

Auch das weitere Training im März lief vielversprechend, beim Berlinhalbmarathon selbst erwischte ich aber einen gebrauchten Tag. Ich kämpfte dennoch und behalte unsere Hauptstadt einmal mehr in guter Erinnerung.

Nur eine Woche später besuchten wir eine weitere Hauptstadt – die von Frankreich. Wenn auch nur ein Wochenendausflug, so war der Paris-Marathon mit allem Drum und Dran eine sehr schöne Erfahrung. Der Blogpost dazu ist eine besondere Leseempfehlung, wenn mir das Eigenlob gestattet sei.

 

Mal wieder eine Bahnsaison

Dann sollte es schneller werden, ich wollte mal wieder auf die Bahn. Nach einem kurzen Übergang zur Erholung vom Marathon folgte ein Ausflug in den Orientierungslauf, der so viel Spaß machte, dass ich ihn gerne wiederholen würde.

Das Ziel für den Sommer waren aber die hessischen Meisterschaften über 5000 m. Das knackige Training dafür war toll und erinnerte mich an die guten alten Mittelstreckenzeiten. Auch die Quali, die ich mir beim Abendsportfest in Pfungstadt holte, war kein Problem. Das Rennen selbst war dann zwar langsam und zäh (obwohl der Darmstädter Stadtlauf auf eine gute 5000 m Form hingedeutet hatte), es reichte aber zum dritten Platz und damit zum Podium.

Foto: Thomas Guthmann

Die anderen Läufe in dieser Zeit waren eher zur Geselligkeit und um Punkte für den Mainlaufcup zu sammeln. Steinberg liegt direkt vor der Tür, Schwanheim ist zwar offiziell vermessen, ist aber eher ein Traillauf.

Mitten in die Natur ging es dann wie im Vorjahr beim Melibokuslauf. Auf der sehr abwechslungsreichen und selektiven Strecke konnte ich nicht nur den Vorjahressieg wiederholen, sondern einmal mehr den Spaß am Laufen abseits der befestigten Wege entdecken. Weil Svenja der gleichen Meinung ist, haben wir für 2018 einen Traillauf in der Wettkampfplanung, aber dazu nächste Woche mehr.

Mein erster Firmenlauf überhaupt war dann der Abschluss dieses Saisonabschnitts. Erst fuhren wir noch zur Tour de France, dann rief der Marathon!

 

Alle Jahre wieder

Nach vier Wochen, in denen ich mich wieder an die langen Belastungen gewöhnte – vor allem auch wieder mit Rennradtouren – starteten nach dem Halbmarathon in Hausen 13 Wochen Marathonvorbereitung.

Und es war in gewisser Weise eine Wiederholung. Alles war schon bekannt – vom Trainingsrhythmus und der Periodisierung bis hin zu den letzten zwei Wochen mit Tapering, Pressekonferenz und dem Renntag selbst – nur leichter als bisher. Und vor allem schneller!

Nach einem wunderschönen Urlaub am Fleesensee, wo ich die Grundlagen legen konnte, war ich weiterhin sehr fleißig. Läufe in den frühen Morgenstunden und abends nach der Arbeit bestimmten den Tagesrhythmus.

Die Form wurde immer besser. Die deutschen Meisterschaften über 10 km in Bad Liebenzell waren ordentlich, der Halbmarathon aus dem Training heraus in Neu-Isenburg dann richtig gut: die Abschnitte wurden immer schneller. Mit der Endbeschleunigung beim Dietzenbacher Stadtlauf und einigen anderen Einheiten überraschte ich mich sogar selbst. Und damit nicht genug. Mit unserem Verein ging es über das verlängerte Wochenende ins Trainingslager nach Schotten, im Anschluss dann noch ins Niederländische Makkum.

Leider verbaute ich mir dann beim Mainuferlauf durch einen viel zu schnellen Beginn eine gute Halbmarathonzeit. Aber ich ließ mich nicht verunsichern. Ich war perfekt vorbereitet. Voller Zuversicht ging ich ins Marathonrennen.

Und es lief auch so gut. Der perfekte Beginn, während keine Anstrengung zu spüren war. Um dann bei etwa km 12,5 des Frankfurt Marathons zu stürzen.

„L’enjeu de la vie est d’apprendre à rebondir“ – Michel Herren, athle.ch

 

Großer Mist, aber auf 42 Kilometern kann eben sehr viel passieren. Wie kommentierte Marco auf strava so schön: „Marathon hat genau diesen Reiz es immer und immer wieder zu versuchen. Es gibt immer etwas, das besser hätte laufen können und nur einen Teil der gesamten Maschinerie haben wir selbst in der Hand.“

Schade um diesen Saisonabschluss, aber von der Saison 2017 sehe ich vor allem das gute Laufgefühl: die Dauerläufe auf hohem Niveau, die guten Tempotrainings wie auch die langen Läufe. Außerdem seid da natürlich ihr! Was gibt es schöneres, als mit Svenja zusammen auf einen gemeinsamen Wettkampf hinzufiebern, um dann vor Ort so viele genauso Laufbegeisterte zu treffen. Gemeinsam zu trainieren, zu lachen, sich auszutauschen und miteinander zu (er)leben, das macht unseren Sport aus!

Und ich werde es wieder versuchen, mit dem Marathon. Aber dazu – wie bereits erwähnt – im nächsten Blogpost mehr.

Alles Gute bis dahin! Laufen hilft!

 

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